Über das Werk
Woolf Works ist ein Triptychon von Balletten, inspiriert von Virginia Woolfs bahnbrechenden Romanen Mrs. Dalloway, Orlando sowie Die Wellen und angereichert mit Auszügen aus ihren Briefen, Essays und Tagebüchern.
Das Stück erkundet das Aufeinanderprallen von Form und Inhalt in Woolfs Werk – eine lebendige, impressionistische Nachzeichnung ihrer Prosa, in der Gefühle, Stimmungen und Sinneseindrücke Vorrang gegenüber der Handlung haben.
Woolf Works fängt das Herz eines künstlerischen Lebens ein, das von der Suche nach einem freieren, einzigartig modernen Realismus angetrieben wird, und erweckt Woolfs Welt aus »Granit und Regenbogen«, in der Menschen zugleich physischer Körper und unbegrenzte Essenz sind, zum Leben.
Für dieses Werk arbeitete Wayne McGregor erneut mit dem renommierten britischen Komponisten Max Richter zusammen, der eine speziell in Auftrag gegebene Partitur mit elektronischer und Live-Musik komponiert hat. Das Bühnenbild stammt von den Architekturbüros Ciguë und We Not I, während die Kostüme und das Lichtdesign von seinen langjährigen künstlerischen Partnern Moritz Junge und Lucy Carter gestaltet wurden.
Woolf Works markiert einen Wendepunkt im erzählenden klassischen Ballett. Das Werk hat das Genre des Handlungsballetts ins 21. Jahrhundert geführt, indem es kraftvolle Choreografie mit innovativer Technologie verbindet.
Woolf Works ist in drei Akte gegliedert – I now, I then, Becomings und Tuesday –, die sich jeweils deutlich in Bühnenbild und Choreografie unterscheiden.
»Woolf Works ist keine detailgetreue Darstellung von Virginia Woolfs Schreiben. Das Stück ist opulent, arbeitet mit neuen Visualisierungstechniken und einer collageartigen Struktur – ein intensives Aufeinandertreffen und eine Überlagerung der Sinne. Mich reizte der Gedanke, die Choreografie und Gestaltung im Geist von Woolfs Schreiben zu entwickeln, als sich entfaltenden Bewusstseinsstrom, anstatt die Handlungen ihrer Romane eins zu eins zu übersetzen.« (Wayne McGregor)
Der für den Oscar nominierte Brite Max Richter ist ein wichtiger künstlerischer Partner McGregors und zählt zu den prägendsten Komponisten der zeitgenössischen Musik. In seinen Werken bewegt er sich zwischen Klassik, Elektronischer und Minimal Music.
Für Woolf Works schuf er eine vielschichtige Partitur, die elektronische Klänge mit orchestraler Musik vereint und die Atmosphäre der Texte von Virginia Woolf in eine dichte, intensiv emotionale Klanglandschaft übersetzt. Dabei verwendet Max Richter auch die Kraft der Stimme: So ist im ersten Akt Virginia Woolf selbst zu hören, die aus ihrem Essay On Craftmanship liest. Im dritten Akt ertönt die Stimme von Schauspielerin Gillian Anderson, die Woolfs Abschiedsbrief eingesprochen hat.
Woolf Works wurde 2015 mit dem Royal Ballet London uraufgeführt. Wayne McGregor hat die Rolle der Virginia Woolf für Ballettdirektorin Alessandra Ferri, die für ihre Interpretation mit einem Laurence Olivier Award ausgezeichnet wurde, kreiert.
Ein Auftragswerk des Royal Ballet London.