Über das Werk
Zwei junge Menschen, aus verfeindeten Familien stammend, lieben einander. Doch das Schicksal will nicht, dass sie glücklich vereint sind.
Romeo und Giulietta sind bereits voneinander getrennt. Während er noch an der Illusion einer glücklichen gemeinsamen Zukunft festhält, entscheidet sie sich für die Familienehre und sieht damit bereits ihrem Tod entgegen. Die Feindschaft der Familien Capuleti und Montecchi wird durch den historisch realen Konflikt zwischen den papsttreuen Guelfen und den kaisertreuen Ghibellinen im Italien des 13. Jahrhunderts verstärkt. Der tragische Ausgang des Dramas ist unumgänglich.
»Bellini ist der Erfinder einer völlig neuen musikalischen Technik: jener ›lunga lunga cantilena‹ (›langen, langen Melodie‹), die später zur ›Unendlichen Melodie‹ Wagners werden sollte und zur Grundlage seines dramaturgischen Denkens wurde. Für diese Erfindung wurde Bellini von Komponisten wie Chopin und Wagner zum Vorbild genommen. I Capuleti e i Montecchi bietet uns die Quintessenz der melodischen Inspiration des Komponisten, mit einigen unsterblichen Melodien, die sofort außerordentlich berühmt wurden. Die Oper stellt den eigentlichen Gründungsmoment des sogenannten ›Belcanto‹ dar – ein Begriff, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geprägt wurde, um die Nostalgie nach jenem glanzvollen Moment der italienischen Musik auszudrücken.« (Gianluca Capuano)
Mit I Capuleti e i Montecchi etablierte sich Bellini endgültig als einer der führenden frühromantischen Komponisten Italiens, neben Gioachino Rossini und Gaetano Donizetti. »Mein Stil wird jetzt in den wichtigsten Theatern der Welt gehört … und mit größtem Beifall«, notierte er noch im selben Monat der Uraufführung.
Musikalisch setzte die Neueinstudierung von I Capuleti e i Montecchi an der Wiener Staatsoper von 1977 neue Maßstäbe in der Rezeptionstradition des Werks im 20. Jahrhundert, insbesondere durch die Romeo-Interpretation von KS Agnes Baltsa. Durch die Vielzahl der Aufführungen von I Capuleti e i Montecchi seit den 1970er-Jahren zählt das Werk heute wieder zu den wichtigsten des Belcanto-Repertoires.
Eine Koproduktion mit der Dutch National Opera.
