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Viel Neues in Wagners Ring

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17 Debüts in 17 Stunden Musiktheater

Wie nur we­ni­ge an­de­re Wer­ke ist der Ring des Ni­be­lun­gen zwar kein Le­bens­werk, doch zu­min­dest ein Le­bens­ab­schnitts­werk. Rund ein Vier­tel­jahr­hun­dert be­schäf­tig­te Wag­ner die Er­schaf­fung die­ses 17-stün­di­gen Zy­klus. Von der Kon­zep­ti­on bis zur Voll­en­dung und Ur­auf­füh­rung al­ler vier Tei­le lag nicht nur viel per­sön­li­che Bio­gra­fie, son­dern maß­geb­li­ches kom­po­si­to­ri­sches und dich­te­ri­sches Schaf­fen so­wie be­weg­te eu­ro­päi­sche Ge­schich­te. 

Dar­aus ent­stand ein ge­wal­ti­ges Ide­en-Amal­gam, das Wag­ner in die­se Te­tra­lo­gie hin­ein­ver­pack­te: Die so­zia­le Vi­si­on ei­nes ganz­heit­li­chen Ge­sell­schafts­thea­ters nach an­tik-grie­chi­schem Vor­bild stand zu­min­dest zeit­wei­lig im Raum; po­li­tisch-um­stürz­le­ri­sche Über­le­gun­gen rag­ten im­mer wie­der in den Schaf­fens­pro­zess hin­ein; na­tür­lich auch die Phi­lo­so­phie, wo­bei Lud­wig Feu­er­bachs kri­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit der Re­li­gi­on von ei­ni­ger Be­deu­tung war, die fun­ken­rei­che Be­zie­hung zu Fried­rich Nietz­sche ei­ne Etap­pe für sich dar­stell­te und Wag­ner ei­ge­nes Ge­schrie­be­nes und Ge­dach­tes in Ar­thur Scho­pen­hau­ers Werk wie­der­zu­fin­den mein­te. Das pri­mä­re Vor­ha­ben, aus all­dem ein vor al­lem auf Epi­so­den aus der Sa­gen­samm­lung der Ed­da zu­rück­ge­hen­des ein­tei­li­ges Ni­be­lun­gen-Dra­ma zu schaf­fen, miss­lang Wag­ner al­ler­dings bei sei­nem ers­ten Ver­such. Er er­kann­te die dra­ma­tur­gi­sche Not­wen­dig­keit, die zu­nächst ent­wor­fe­ne Ge­schich­te mit der zen­tra­len Fi­gur des ju­gend­li­chen Hel­den Sieg­fried zu er­wei­tern – und zwar um zeit­lich vor der ur­sprüng­lich kon­zi­pier­ten Hand­lung lie­gen­de Ge­scheh­nis­se, um auf die­se Wei­se die Mo­ti­va­ti­on der han­deln­den Per­so­nen und die in­halt­li­chen Struk­tu­ren schlüs­sig zu un­ter­mau­ern. Göt­ter­däm­me­rung (ur­sprüng­lich Sieg­frieds Tod) stell­te Wag­ner Sieg­fried (ur­sprüng­lich Der jun­ge Sieg­fried) vor­an und die­sem wie­der­um Die Wal­kü­re. Die drei Dra­men soll­te schließ­lich noch ein gro­ßes Vor­spiel – Das Rhein­gold – gleich­sam als Auf­takt ein­lei­ten und zur Te­tra­lo­gie er­gän­zen.

In den nächs­ten Wo­chen wer­den an der Wie­ner Staats­oper gleich zwei Zy­klen der kom­plet­ten Ni­be­lun­gen-Te­tra­lo­gie an­ge­bo­ten, die über­dies mit ei­ner Rei­he span­nen­der Rol­len- und Haus­de­büts auf­war­ten: So wird sich bei­spiels­wei­se Pa­blo He­ras-Ca­sa­do, ei­ner der prä­gends­ten Di­ri­gen­ten der Ge­gen­wart, mit der Te­tra­lo­gie auch an der Wie­ner Staats­oper als Wag­ner-Di­ri­gent vor­stel­len. (Seit sei­nem Par­si­fal-Tri­umph in Bay­reuth ist er welt­weit ge­ra­de in die­sem Fach be­son­ders ge­fragt.) Als Wo­tan und Wan­de­rer ist auf die­ser Büh­ne erst­mals Mi­cha­el Vol­le ge­fragt – ei­ner der wohl be­deu­tends­ten Wag­ner-Sän­ger der Ge­gen­wart; das­sel­be gilt für KS Ca­mil­la Ny­lund, die sich dem Wie­ner Pu­bli­kum als Brünn­hil­de prä­sen­tie­ren wird. Und Mi­cha­el Spy­res – im März de­bü­tier­te er als Tris­tan er­folg­reich an der New Yor­ker Met – wird sei­nen ers­ten Wie­ner Sieg­mund ge­ben. Ge­org Nigls Al­be­rich ver­spricht eben­falls in­ter­pre­ta­to­ri­sche Hö­he­punk­te, mit Wieb­ke Lehm­kuhl als Er­da wird über­dies ei­ne der bes­ten Alt­is­tin­nen ihr Haus­de­büt fei­ern. Wei­te­re wich­ti­ge Rol­len­de­büts ge­ben u. a. Mat­thä­us Schmid­lech­ner als Lo­ge, Szi­lvia Vö­rös als Fri­cka, Gün­ther Groiss­böck als Ha­gen, At­ti­la Mo­kus als Gun­ther, Mat­heus Fran­ça als Faf­ner, Si­mo­nas Straz­das als Fa­solt, Flo­ri­na Ilie als Stim­me des Wald­vo­gels, Jen­ni Hie­ta­la als Freia, Al­ma Neu­haus als Sieg­run­de bzw. Well­gun­de, Ste­pha­nie Mait­land als Schwert­lei­te und Mar­ga­ret Plum­mer als 2. Norn.

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