Klangabenteuer im NEST
NEST |
Lieben Sie außergewöhnliche Konzertprogramme? Spannende Entdeckungen? Abwechslungsreiches? Dann sollten Sie im April ins NEST kommen! Unter dem Titel NESTKLANG finden drei Konzerte statt, in denen die Musikerinnen und Musiker des Bühnenorchesters facettenreiche Programme präsentieren, von Britten bis Dvořák, von Ravel bis Filmmusik.
Doch der Reihe nach: Das Bühnenorchester der Wiener Staatsoper ist jener Klangkörper, der besonders auch dann zum Einsatz kommt, wenn auf oder hinter der Bühne Musik erklingt. Wenn also in Don Giovanni Musiker auf der Bühne gefordert sind, wenn in Don Pasquale ein Trompeter in der Inszenierung auch szenisch mitspielt, wenn ein Kanonenschuss (also eigentlich ein Trommelschlag) aus dem Off erklingt: Bühnenorchester! Aber auch bei den Wanderopern für Kinder quer durch das Haus am Ring sind die Bühnenmusiker mit dabei. Und vor allem: Im NEST sind sie das Hausorchester und das musikalische Rückgrat des Betriebs. Ob Nesterval oder Kinderopern-Uraufführung, ob Ballett oder Puccini-Abend: es sind diese Musikerinnen und Musiker. Um das umsetzen zu können, braucht es nicht nur höchste instrumentale Virtuosität, sondern auch eine enorme künstlerische Spannweite. Und genau diese kommt auch bei der NESTKLANG-Reihe zum Tragen. Unterschiedliche Epochen, Stile, Zugänge: ideal für einen solchen Klangkörper! Das Eröffnungskonzert des heurigen Zyklus fand im Februar statt, im April folgen gleich drei weitere Veranstaltungen.
Gershwin, Ravel, Dvořák – In die neue Welt!
Ein Abend, der unter anderem Brücken in die USA schlägt: Zu hören sind Ausschnitte aus George Gershwins Porgy and Bess (arrangiert von der Geigerlegende Jascha Heifetz), weiters erlebt man Maurice Ravels zweite Violinsonate. Die Geigerin Elena Krylova: »Dieses Stück zählt zu den elegantesten und zugleich originellsten Werken von Ravel und entstand in den 1920er-Jahren. Ravel betont darin bewusst die Eigenständigkeit von Violine und Klavier und schafft so eher einen feinen, fast asketischen Dialog als ein klangliches Verschmelzen der beiden Instrumente. Besonders bekannt ist der zweite Satz ›Blues‹, in dem Elemente des Jazz aufgegriffen werden. Die gesamte Sonate verbindet eine transparente Satzweise, raffinierte Harmonik und eine gewisse klangliche Distanz, die ihr einen zugleich eleganten und leicht geheimnisvollen Charakter verleiht.«
Weiters am Programm: Antonín Dvořáks Klavierquintett op. 8, das »voller Melodienseligkeit, Energie und Glanz steckt«, so der Primgeiger Luka Kusztrich. »Das Quintett besticht mit seinem dramatischen Aufbau, der einen organischen Spielfluss ermöglicht. Dabei greift Dvořák auf Volksmusikformen wie die Dumka oder den Furiant zurück.« Als Pianist ist bei diesem Konzert der musikalische Koordinator des NEST, Dan K. Kurland, zu erleben.
Benjamin Britten: »Canticles«
Die Canticles sind eine Serie von fünf Vokalwerken, die der englische Komponist Benjamin Britten über einen Zeitraum von fast 30 Jahren verfasste und die einen religiösen (wenn auch nicht durchwegs biblischen) Hintergrund haben. Geschrieben wurde der Tenorpart jeweils für Peter Pears, Benjamin Brittens künstlerischen wie privaten Lebenspartner. Die feine Besetzung der Canticles bietet ein intimes Instrumentarium, das teils nur Klavier, teils auch Harfe und Horn einbindet. In Bezug auf die fünf Stücke sprach ein Britten-Kenner einmal von kleinen musikalischen Dramen, von Szenen also, die trotz ihrer schlanken Form eine enorme Theaterkraft entfalten. Zu hören sind im NEST neben dem Ensemblemitglied Hiroshi Amako auch Mitglieder des Opernstudios der Wiener Staatsoper. Leitung: Dan K. Kurland.
Familienkonzert
Den Abschluss macht ein Familienkonzert, bei dem Blechbläser und Schlagwerker zusammenkommen und eine bunte Musikmischung präsentieren: Fanfaren und Filmmusik, Opernklänge und viel anderes stehen am Programm. Die Musikerin und Vermittlerin Karin Meissl moderiert die Veranstaltung und führt ihr Publikum an die Klangwelten heran: Wie klingen einzelne Instrumente? Wie wirken sie zusammen? Welche Bilder entstehen in unseren Köpfen? Was macht Musik mit uns? Ein Nachmittag für alle ab acht Jahren, die einmal in die Musikwelt hineinschnuppern wollen – oder von Musik einfach nicht genug bekommen können!