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Im Bann von Stimme, Treue & Begehren

Lie­be, Freund­schaft, Ver­rat: In »Les Pêcheurs de perles« ge­rät ein al­ter Schwur ge­fähr­lich ins Wan­ken

Georges Bizets Les Pêcheurs de perles ge­hört zu je­nen Opern, die im Schat­ten ei­nes Welt­er­folgs ste­hen: Wäh­rend Carmen längst zum Ka­non ge­hört, ist die­ses 1863 ur­auf­ge­führ­te Werk bis heu­te ein sel­te­ner Gast auf den Spiel­plä­nen. Da­bei ist schon hier er­staun­lich viel von Bizet zu hö­ren. Er war 24 Jah­re alt, als er die­se ers­te gro­ße Opern­par­ti­tur voll­ende­te, und doch be­sitzt die Mu­sik be­reits je­nen un­ver­wech­sel­ba­ren Sinn für At­mo­sphä­re, me­lo­di­schen Reiz und emo­tio­na­le Schat­tie­rung, der spä­ter sei­nen Ruhm be­grün­den soll­te.

Die Hand­lung ent­fal­tet sich aus ei­nem Drei­eck von Lie­be, Freund­schaft und Ver­rat. In ei­nem Fi­scher­dorf auf Cey­lon kehrt Na­dir zu sei­nem Ju­gend­freund Zur­ga zu­rück. Bei­de hat­ten einst der­sel­ben Frau ent­sagt, um ih­re Freund­schaft nicht zu zer­stö­ren. Nun er­scheint aus­ge­rech­net sie wie­der: Leïla, als ver­hüll­te Pries­te­rin, die mit ih­rem Ge­bet Schutz für die ge­fähr­li­che Ar­beit der Per­len­fi­scher er­fle­hen soll und da­für ein Keusch­heits­ge­lüb­de ab­legt. Aus der al­ten Er­in­ne­rung wird neue Ge­gen­wart, aus dem Schwur ein Kon­flikt, in dem per­sön­li­ches Be­geh­ren, re­li­giö­ses Ge­setz und die Ord­nung der Ge­mein­schaft un­auf­halt­sam auf­ein­an­der­pral­len.

Bizets Mu­sik zeigt sehr ge­nau, wie die­se Fi­gu­ren zu­ein­an­der ste­hen. Auf gro­ße Chor­sze­nen fol­gen sehr per­sön­li­che, in­ti­me Mo­men­te. Be­rühmt sind vor al­lem Na­d­irs Ro­man­ze »Je crois entendre encore« und das Du­ett »Au fond du temple saint«. Aber die Oper be­steht nicht nur aus die­sen bei­den be­rühm­ten Num­mern. Die gan­ze Par­ti­tur lebt von Kon­tras­ten: zwi­schen Chor und So­lo­stim­men, zwi­schen öf­fent­li­chem Ri­tu­al und pri­va­tem Ge­fühl, zwi­schen Er­in­ne­rung und un­mit­tel­ba­rer, hef­ti­ger Lei­den­schaft. Zu­gleich ist sie vol­ler Na­tur­bil­der und ele­men­ta­rer Kräf­te: Man hört das Meer, den Sturm, das Feu­er, die Hit­ze und die Un­ru­he die­ser Welt.

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