zum Inhalt springen zur Navigation springen
Alexander von Zemlinsky, Béla Bartók

Eine floren­tinische

Tragödie/

Herzog Blaubarts Burg

(A kékszakállú herceg vára)

Oper

Text Oscar Wilde

in der deutschen Übersetzung von Max Meyerfeld

Text Béla Balázs

Sprache Deutsch/Ungarisch

 

Altersempfehlung 12 +

5 Termine

Eine floren­tinische Tragödie/ Herzog Blaubarts Burg

Besetzung am Samstag 3. Oktober 2026

Eine florentinische Tragödie

Guido Bardi, Prinz von Florenz

Simone, ein Kaufmann

Bianca, seine Frau

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath

Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubart

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüm

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath
Eine floren­tinische Tragödie/ Herzog Blaubarts Burg

Besetzung am Dienstag 6. Oktober 2026

Eine florentinische Tragödie

Guido Bardi, Prinz von Florenz

Simone, ein Kaufmann

Bianca, seine Frau

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath

Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubart

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüm

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath
Enthalten in: Abo 1
Abo 1

Ei­nen Wo­chen­tag und Lieb­lings­plät­ze wäh­len und fünf Vor­stel­lun­gen in ei­ner Sai­son ge­nie­ßen.

In die­sem Abo sind fol­gen­de Vor­stel­lun­gen ent­hal­ten:

30. September 2025Fin de partie
30. Dezember 2025Fidelio
24. März 2026La Clemenza di Tito
21. April 2026Simon Boccanegra
02. Juni 2026Manon (Ballett)
06. Oktober 2026Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg
03. November 2026L'Orfeo
29. Dezember 2026La Damnation de Faust
30. März 2027Visionary Dances
15. Juni 2027I Capuleti e i Montecchi
Eine floren­tinische Tragödie/ Herzog Blaubarts Burg

Besetzung am Donnerstag 8. Oktober 2026

Eine florentinische Tragödie

Guido Bardi, Prinz von Florenz

Simone, ein Kaufmann

Bianca, seine Frau

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath

Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubart

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüm

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath
Enthalten in: Abo 17
Abo 17

Einen Wochentag und Lieblingsplätze wählen und fünf Vorstellungen in einer Saison genießen.

In diesem Abo sind folgende Vorstellungen enthalten:

11. September 2025Otello
20. November 2025Dialogues des Carmélites
26. Februar 2026Luisa Miller
26. März 2026Die verkaufte Braut
23. April 2026Giselle (Ballett)
10. September 2026Don Carlo
08. Oktober 2026Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg
28. Jänner 2027Don Giovanni
08. April 2027Tristan und Isolde
20. Mai 2027Lulu
Eine floren­tinische Tragödie/ Herzog Blaubarts Burg

Besetzung am Samstag 10. Oktober 2026

Eine florentinische Tragödie

Guido Bardi, Prinz von Florenz

Simone, ein Kaufmann

Bianca, seine Frau

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath

Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubart

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüm

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath
Enthalten in: Zyklus »Neuproduktionen«
Zyklus »Neuproduktionen«

Zu den für das Pu­bli­kum zwei­fel­los be­gehr­tes­ten Auf­füh­run­gen ge­hö­ren die Vor­stel­lungs­se­ri­en der Pre­mie­ren­pro­duk­tio­nen. Die Auf­merk­sam­keit rich­tet sich glei­cher­ma­ßen auf die sze­ni­schen wie mu­si­ka­li­schen Neu­in­ter­pre­ta­tio­nen von Schlüs­sel­wer­ken der Mu­sik­thea­ter­li­te­ra­tur.

Alle Termine Des Zykus 2025/26

Alle Termine des Zyklus 2026/27

Mehr über Zyklen

Eine floren­tinische Tragödie/ Herzog Blaubarts Burg

Besetzung am Montag 12. Oktober 2026

Eine florentinische Tragödie

Guido Bardi, Prinz von Florenz

Simone, ein Kaufmann

Bianca, seine Frau

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath

Herzog Blaubarts Burg

Herzog Blaubart

Musikalische Leitung

Inszenierung

Bühne

Christian Schmidt

Kostüm

Stefanie Seitz

Licht

Alexander Sivaev

Video

Roland Horvath
U27   Enthalten in: Abo 14
Abo 14

Einen Wochentag und Lieblingsplätze wählen und fünf Vorstellungen in einer Saison genießen.

In diesem Abo sind folgende Vorstellungen enthalten:

13. Oktober 2025Die verkaufte Braut
24. November 2025Die Fledermaus (Ballett)
02. Februar 2026L'elisir d'amore
16. März 2026La Clemenza di Tito
04. Mai 2026Salome
12. Oktober 2026Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg
23. November 2026Luisa Miller
04. Jänner 2027Werther
08. Februar 2027Der Rosenkavalier
03. Mai 2027Woolf Works

Über das Werk

Die bei­den Kurz­opern Eine Florentinische Tragödie und Herzog Blaubarts Burg sind in­halt­lich durch ei­ne zen­tra­le The­ma­tik ver­bun­den: Es geht um das fort­schrei­ten­de Er­ken­nen des nur schein­bar ver­trau­ten Ge­gen­übers.

In Zem­lins­kys Eine Florentinische Tragödie mün­det die Er­mor­dung von Bi­an­cas Ge­lieb­tem durch ih­ren ei­fer­süch­ti­gen Gat­ten Si­mo­ne in ei­nem Dia­log der bei­den Ehe­leu­te, der ganz über­ra­schend ei­nen neu­en Lie­bes­be­ginn si­gna­li­siert.
In Bar­tóks Ein­ak­ter wird Ju­diths Rei­se zu den in­ne­ren Ab­grün­den des von ihr ge­lieb­ten Her­zog Blau­bart – sym­bo­li­siert durch das Öff­nen sie­ben ge­heim­nis­vol­ler Tü­ren – hin­ge­gen in Dun­kel­heit und Ein­sam­keit en­den.

Eine floren­tinische

Tragödie/

Herzog Blaubarts Burg

Handlung

Der wohl­ha­ben­de Flo­ren­ti­ner Tuch­händ­ler Si­mo­ne und sei­ne Frau Bi­an­ca ha­ben schein­bar je­de Zu­nei­gung zu­ein­an­der ver­lo­ren. Ei­nes Ta­ges kehrt Si­mo­ne un­ver­mu­tet von ei­ner Ge­schäfts­rei­se nach Hau­se zu­rück und über­rascht Bi­an­ca mit ei­nem frem­den jun­gen Mann. Zwi­schen den bei­den ist spür­bar ei­ne Lie­bes­be­zie­hung im Ent­ste­hen, doch der au­gen­blick­lich ei­fer­süch­tig ge­wor­de­ne Si­mo­ne tut, als be­merk­te er nichts.

Viel­mehr ver­wi­ckelt er den Ne­ben­buh­ler, der sich als Gui­do Bar­di, ein­zi­ger Sohn des re­gie­ren­den Her­zogs, ent­puppt, in ei­nen ge­pfleg­ten Aus­tausch von Höf­lich­kei­ten. Si­mo­ne mimt er­folg­reich den ser­vi­len Kauf­mann, der aus­schließ­lich von mer­kan­ti­len In­ter­es­sen ge­lenkt wird, ge­schäfts­tüch­tig sei­ne Wa­re an­preist und auch im »Gast« le­dig­lich ei­nen mög­li­chen, hoch­ge­stell­ten Kun­den sieht. In Wahr­heit führt er vom ers­ten Mo­ment an ei­nen äu­ßerst sub­til aus­ge­foch­te­nen Kampf: Si­mo­ne über­geht das pro­vo­kan­te Be­neh­men, die her­aus­for­dernd un­zwei­deu­ti­gen An­spie­lun­gen des ar­ro­gan­ten Ge­gen­spie­lers und lädt die­sen so­gar zum ge­mein­sa­men Abend­es­sen ein. 

Doch spä­tes­tens, als Gui­do Bar­di tief in der Nacht auf­bre­chen möch­te und Si­mo­ne dar­auf­hin ein als freund­schaft­li­ches Kräf­te­mes­sen ge­tarn­tes Du­ell vor­schlägt, wird auch dem Prin­zen klar, dass es in Wahr­heit um Le­ben und Tod geht. Das Ge­fecht der bei­den spitzt sich in we­ni­gen Au­gen­bli­cken dra­ma­tisch zu: Bald ist Si­mo­ne ver­wun­det und Bi­an­ca nimmt nun of­fen Par­tei für ih­ren Ge­lieb­ten, in­dem sie ihn an­feu­ert, den Ehe­mann end­lich zu tö­ten. Den­noch ge­lingt es Si­mo­ne schließ­lich, Gui­do Bar­di zu über­wäl­ti­gen und mit blo­ßen Hän­den zu er­wür­gen. Der Tod des Prin­zen be­wirkt je­doch ei­ne über­ra­schen­de, ka­thar­ti­sche Ver­wand­lung der bei­den: In größ­ter Be­geis­te­rung und mit neu ent­zün­de­ter Lei­den­schaft für­ein­an­der, fal­len sich Si­mo­ne und Bi­an­ca in die Ar­me.

Ju­dith ist in Lie­be zum rät­sel­haf­ten Her­zog Blau­bart ent­brannt. Sie schlägt al­le dunk­len Ge­rüch­te, die über ihn ver­brei­tet wer­den, ins­be­son­de­re über den Ver­bleib sei­ner frü­he­ren Ehe­frau­en, in den Wind und ver­lässt für ihn, oh­ne zu zö­gern, ih­re El­tern, ih­ren Bru­der und ih­ren Ver­lob­ten.

In der Burg Her­zog Blau­barts an­ge­kom­men, ist sie tief er­schüt­tert von der dort herr­schen­den Stil­le, den mäch­ti­gen, feuch­ten Mau­ern, der Dun­kel­heit und Ei­ses­käl­te. Aber sie be­schließt, zu blei­ben und durch ih­re Lie­be die un­wirt­li­che Um­ge­bung zu ver­wan­deln. Da er­blickt sie sie­ben ver­schlos­se­ne Tü­ren und for­dert, um dau­er­haft al­les Ver­bor­ge­ne auf­de­cken zu kön­nen, vom Her­zog Schlüs­sel auf Schlüs­sel, die Blau­bart ihr wi­der­stre­bend aus­hän­digt. Vol­ler Er­schau­dern er­kun­det sie auf die­se Wei­se Stück für Stück die Ge­heim­nis­se der Burg: Hin­ter der ers­ten Tür stößt sie auf ei­ne Fol­ter­kam­mer, hin­ter der zwei­ten auf ei­ne Waf­fen­kam­mer, hin­ter der drit­ten auf ei­ne Schatz­kam­mer, hin­ter der vier­ten auf ei­nen son­der­ba­ren Gar­ten – und je­des Mal ent­deckt sie mit Grau­en, dass all das Auf­ge­fun­de­ne von Blut durch­tränkt ist.

Selbst die gro­ße, wun­der­schö­ne, licht­durch­flu­te­te Land­schaft – das präch­ti­ge Reich des Her­zogs –, die sich nach dem Öff­nen der fünf­ten Tür vor ihr ent­fal­tet, wird für Ju­dith durch die be­un­ru­hi­gen­den blu­ti­gen Schat­ten vor­bei­zie­hen­der Wol­ken zu ei­ner be­drü­cken­den Er­fah­rung. Trotz der ein­dring­li­chen War­nun­gen des Her­zogs for­dert sie dar­auf­hin auch den Schlüs­sel zur sechs­ten Tür, hin­ter der ein stil­ler, wei­ßer See aus Trä­nen zum Vor­schein kommt. Nun ist Ju­dith nicht mehr zu hal­ten. Sie meint zu wis­sen, was sie hin­ter der letz­ten Tür er­war­tet: Die Lei­chen der drei er­mor­de­ten, frü­he­ren Frau­en Blau­barts. Taub für je­de Bit­te, je­de Lie­bes­be­teue­rung, je­de Mah­nung des Her­zogs er­wirkt sie in höchs­ter Er­re­gung die Of­fen­ba­rung des letz­ten Ge­heim­nis­ses – und zu ih­rem gro­ßen Ent­set­zen tre­ten ihr nach dem Öff­nen der sie­ben­ten Tür die präch­tig ge­wan­de­ten und ge­schmück­ten frü­he­ren Ehe­frau­en ent­ge­gen: le­bend. Für Blau­bart sym­bo­li­sie­ren sie Mor­gen, Mit­tag und Abend – so wie Ju­dith, als vier­te Ehe­frau hin­zu­ge­fügt, von da an für die Nacht ste­hen wird.

Eine florentinische Tragödie ca. 60 Minuten
Pause ca. 25 Minuten
Herzog Blaubarts Burg ca. 60 Minuten

Re­gis­seur Vasily Barkhatov be­greift den Abend als die Ge­schich­te ei­nes ein­zi­gen Paa­res, des­sen hoch­emo­tio­na­le Be­zie­hungs­ent­wick­lung und Be­zie­hungs­ar­beit wir, das Pu­bli­kum, mit­ver­fol­gen dür­fen: In der Florentinischen Tragödielernt man Bianca und Simone ken­nen. Ganz kurz, im Zeit­raf­fer, wird der Be­ginn der Ehe ge­schil­dert, das Glück, das die bei­den an­ein­an­der und am ge­mein­sam ge­grün­de­ten nob­len In­nen­aus­stat­tungs­ge­schäft hat­ten.

Doch All­tag und Rou­ti­ne lie­ßen die an­fäng­li­che Lei­den­schaft und Freu­de bald er­kal­ten, und so be­fin­den sich die bei­den mitt­ler­wei­le am Tot­punkt ih­res ge­mein­sa­men Le­bens. Um der Be­zie­hung doch noch ei­ne Chan­ce zu ge­ben, en­ga­giert Bianca ei­nen Psy­cho­the­ra­peu­ten. Und die­ser schlägt ein Rol­len­spiel vor – in den Räum­lich­kei­ten des Ge­schäf­tes. Der Te­nor ist hier kein ge­hei­mer Lieb­ha­ber Biancas, son­dern ei­ner, der kommt, um dem Zu­sam­men­le­ben der bei­den wie­der auf die Sprün­ge zu hel­fen. Wie oft in ver­gleich­ba­ren Si­tua­tio­nen fin­det der Ehe­mann, Simone, die­ses Rol­len­spiel ein­fach nur lä­cher­lich und sinn­los und macht nur not­ge­drun­gen mit.

Al­ler­dings wird er, oh­ne es gleich zu mer­ken, im­mer tie­fer ins Ge­sche­hen hin­ein­ge­zo­gen. Nicht zu­letzt, weil der The­ra­peut in die­sem Spiel den Na­men Guido Bardi an­nimmt, ei­nes tat­säch­li­chen frü­he­ren Ge­lieb­ten Biancas, und auf die­se Wei­se Simones Ei­fer­sucht der­ma­ßen auf­sta­chelt, dass al­les au­ßer Kon­trol­le ge­rät. Schließ­lich ras­tet Simone aus und tö­tet den The­ra­peu­ten. Aber ge­ra­de die­ser Rück­fall ins Ani­ma­li­sche, die­ses dem Wü­ten ei­nes stein­zeit­li­chen Krie­gers ver­gleich­ba­re Mor­den, ent­zün­det in Bianca die frü­he­re Lei­den­schaft, und auch Simone sieht Bianca wie­der mit neu­en, be­wun­dern­den Au­gen. Der The­ra­peut war al­so er­folg­reich, be­zahlt aber den Er­folg mit sei­nem Le­ben. Für die Pau­se zwi­schen den Stü­cken be­haup­tet die Pro­duk­ti­on, dass Bianca und Simone hin­ter dem ge­schlos­se­nen Vor­hang als Krö­nung ih­res Wie­der­zu­ein­an­der­fin­dens ei­nen be­frei­en­den Se­xu­al­akt er­le­ben.

Mit dem Auf­tau­chen aus dem eben er­leb­ten Sin­nes­rausch be­ginnt nach der Pau­se Bartóks Herzog Blaubarts Burg. An­ge­sichts die­ser Ex­trem­si­tua­ti­on, an­ge­sichts des Vor­ge­fal­le­nen ist das Ehe­paar nun be­reit, end­gül­tig al­le Kar­ten auf den Tisch zu le­gen. Und so zwin­gen sie sich, zu zweit al­le frü­he­ren Etap­pen ih­rer Be­zie­hung ein für al­le Mal auf­zu­ar­bei­ten. Die sie­ben ver­schlos­se­nen Tü­ren zie­len in die­ser Pro­duk­ti­on nicht nur auf das In­nen­le­ben Blaubarts al­lein. Im Ge­gen­teil: Sie mei­nen das Auf­de­cken ge­mein­sam er­leb­ter Trau­ma­ta, das Sicht­bar­ma­chen al­ler ver­dräng­ten, ge­gen­sei­tig ge­schla­ge­nen Wun­den.

Der not­wen­di­ge Pro­zess des sym­bol­haf­ten Öff­nens der Tü­ren be­kommt da­durch alp­traum­haf­te Zü­ge. Aber ge­ra­de das für bei­de schmerz­haf­te Durch­schrei­ten die­ser ge­mein­sa­men Ver­gan­gen­heit heilt das Ge­we­se­ne in dem Mo­ment, in dem sie sich ihr stel­len.

Am En­de des Stü­ckes wird sich das Paar auf ei­nem neu­en Be­zie­hungs­ni­veau ent­de­cken, ei­nem dau­er­haft trag­fä­hi­gen Ni­veau. Der letz­te Satz Blaubarts »Und von nun an wird es für immer Nacht sein...« ist so­mit nicht im üb­li­chen hoff­nungs­los-de­sil­lu­si­o­nier­ten Sinn zu ver­ste­hen, son­dern als po­si­ti­ve De­fi­ni­ti­on des neu­en Sta­tus quo. Man er­lebt al­so ein zu­frie­de­nes Paar, das nach ei­nem lan­gen Tag ge­mein­sam zu Bett geht. Und auch das ist ein Fa­zit die­ses Abends: Je­ne ir­ren, die mei­nen, man kön­ne das Glück nicht auf das Un­glück an­de­rer bau­en. Das Pro­ta­go­nis­ten­paar baut sein Glück auf den Tod ei­nes Drit­ten auf. Und die­ser Drit­te wird ein­fach un­ters Bett ge­scho­ben …

Ob­wohl na­he­zu zur sel­ben Zeit ent­stan­den, bie­ten die zwei Stü­cke des Abends, Eine Florentinische Tragödie und Herzog Blaubarts Burg, voll­kom­men un­ter­schied­li­che Klang­wel­ten, was die­ser Kom­bi­na­ti­on ei­nen zu­sätz­li­chen Reiz ver­leiht. In Herzog Blaubarts Burg, vom Li­bret­tis­ten Béla Balázs als Mys­te­ri­um be­zeich­net, hört man den Ein­fluss der fran­zö­si­schen Im­pres­sio­nis­ten eben­so her­aus wie Béla Bar­tóks Be­schäf­ti­gung mit der ost­eu­ro­päi­schen Volks­mu­sik. Ein be­son­de­rer Fo­kus liegt auf dem Or­ches­ter, das hier die ei­gent­li­che Haupt­rol­le über­nimmt und die emo­tio­na­le Berg- und Tal­fahrt der Ak­teu­re eben­so schil­dert wie die ei­gent­li­che Er­zäh­lung des Dra­mas. Den bei­den Han­deln­den, Ju­dith und dem Her­zog, kommt über gro­ße Stre­cken der Part ei­ner kom­men­tie­ren­den De­kla­ma­ti­on zu.


In Alexander Zem­lins­kys Eine Florentinische Tragödie blüht dem Pu­bli­kum, von Oscar Wil­des bild­rei­cher Dich­tung in­spi­riert, ei­ne un­ge­mein üp­pi­ge Or­ches­ter­pracht ent­ge­gen, die zwi­schen der Spät­ro­man­tik und der Mo­der­ne chan­gie­rend, klar von Johannes Brahms, Gustav Mahler und Richard Strauss be­ein­flusst wur­de.

An der Wie­ner Staats­oper wur­den Eine Florentinische Tragödie und Herzog Blaubarts Burg je­weils erst ein ein­zi­ges Mal pro­du­ziert: Eine Florentinische Tragödie kam im Ur­auf­füh­rungs­jahr 1917 auf ei­ne ein­zi­ge Vor­stel­lungs­se­rie, und Herzog Blaubarts Burg er­reich­te zwi­schen 1985 und 1989 le­dig­lich neun Vor­füh­run­gen. Die Neu­pro­duk­ti­on bringt so­mit bei­de Wer­ke nach lan­ger Pau­se wie­der zu­rück ins Re­per­toire des Hau­ses. Und das in ei­ner Be­set­zung mit ge­ra­de­zu iko­ni­schen Sän­ger­per­sön­lich­kei­ten der Opern­welt. So wird As­mik Gri­go­ri­an bei­de Frau­en­rol­len über­neh­men und da­durch ei­ne zu­sätz­li­che Ver­bin­dung zwi­schen den Stü­cken schaf­fen. Als Her­zog Blau­bart kehrt Flo­ri­an Boesch zu­rück, und als Si­mo­ne wird Christopher Maltman mit ei­ner wei­te­ren Par­tie auf die­ser Büh­ne zu er­le­ben sein.

Diese Produktion wird gefördert von

»Eine florentinische Tragödie« wird un­ter­stützt vom Alexander Zemlinsky Fonds bei der Ge­sell­schaft der Mu­sik­freun­de in Wien.

Häufige Fragen

Tickets für unsere Stehplätze können am Vorstellungstag ab 10 Uhr online oder an den Bundestheaterkassen erworben werden. Besitzer*innen einer BundestheaterCard können Stehplätze bereits am Tag vor der Vorstellung online buchen.

Zusätzlich steht für reguläre Abendvorstellungen ein fixes Kontingent an Stehplatztickets ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn an unserer Stehplatzkassa (Eingang Operngasse) zur Verfügung.

Un­se­re Opern wer­den in den Ori­gi­nal­spra­chen ge­sun­gen – die­se sind je nach Werk un­ter­schied­lich und un­ter dem Ti­tel an­ge­ge­ben.

An je­dem Sitz­platz kön­nen Un­ter­ti­tel in ver­schie­de­nen Spra­chen über ei­nen ei­ge­nen Un­ter­ti­tel-Bild­schirm ein- oder aus­ge­schal­tet wer­den. Ne­ben der Ori­gi­nal­spra­che der Oper, Deutsch und Eng­lisch, kön­nen Sie aus bis zu sechs wei­ter­en Spra­chen wäh­len: Ita­lie­nisch, Fran­zö­sisch, Rus­sisch, Ja­pa­nisch, Spa­nisch, Chi­ne­sisch (Man­da­rin).

Bei einer Vorstellungsänderung können Sie Ihre Tickets selbstverständlich zurückgeben oder umtauschen.

Da Umbesetzungen aufgrund von Erkrankungen oder sonstigen Verhinderungen von Künstler*innen nicht auszuschließen sind, besteht in diesem Fall kein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises oder Umtausch.

Bei einem Nicht-Einlass in den Saal durch Zuspätkommen (auch nach der Pause) ist eine Rückgabe oder ein Umtausch des Tickets nicht möglich.

Infos zu Ihrem Besuch

Garderobe

Die Gar­der­oben be­fin­den sich ne­ben den Ein­gän­gen an der Sei­te Opern­gas­se, auf dem Bal­kon und der Ga­le­rie rechts- und links­sei­tig so­wie in den Lo­gen.
Alle Gar­der­oben im Haus sind kos­ten­frei.

Pünktlichkeit

Wir bit­ten Sie, pünkt­lich zu den Vor­stel­lun­gen zu er­schei­nen. Zu­spät­kom­men­de kön­nen erst in der Pau­se ein­ge­las­sen wer­den. Auch nach der Pau­se ist ein Nach­ein­lass nicht mög­lich.

Gastronomie

Un­se­re Gas­tro­no­mie hat ab Ein­lass für Sie ge­öff­net.
Vor der Vor­stel­lung kön­nen Sie be­reits et­was es­sen und trin­ken, oder ei­nen Tisch für die Pau­se re­ser­vie­ren.

Praktische Infos

Wei­te­re prak­ti­sche In­fos zu Ih­rem Be­such (z. B. Gas­tro­no­mie, Bar­rie­re­frei­heit, …) fin­den Sie hier.

 

Infos zu Ermäßigungen, Abos und Zyklen

Ermäßigungen

Die Wiener Staatsoper bietet folgende Angebote für vergünstigte Tickets an:

  • U27
  • Kinder- & Jugendtickets
  • BundestheaterCard
  • Ballett-Bonus
  • Ö1-Club
  • Kulturpass »Hunger auf Kunst und Kultur«
  • Behindertenpass
Mehr erfahren

Abonnements

Einen Wochentag und Lieblingsplätze wählen und fünf Vorstellungen genießen.

  • 4x Oper, 1x Ballett
  • verteilt über die ganze Saison
  • insgesamt bis zu 30 % Ersparnis im Vergleich zum Normalpreis
Mehr erfahren

Zyklen

Mehrere Vorstellungen gebündelt im Paket kaufen!

  • große Auswahl unterschiedlicher Zyklen
  • zusammengefasst nach Komponist*innen, Interpret*innen oder Themen
  • verteilt über die ganze Saison
  • bis zu 10 % Ermäßigung im Vergleich zum Normalpreis
Mehr erfahren

Sehr geehrte Besucherin,
sehr geehrter Besucher,

um Ihren Besuch auf unserer Website noch attraktiver zu gestalten, laden wir Sie ein, an deren Neugestaltung mitzuwirken. Wir bitten Sie dazu, eine kurze Umfrage auszufüllen. Diese ist selbstverständlich komplett anonym und Ihre Antworten werden ausschließlich zur Optimierung der Website verwendet.