Verliebt in den Opernball

Interview |

Seit 2023 lei­tet Su­san­ne Atha­na­sia­dis die Or­ga­ni­sa­ti­on des Wie­ner Opern­balls. Kurz vor dem 68. Ball ist es Zeit für ein In­ter­view.

Die PR- und Mar­ke­ting-Ex­per­tin Su­san­ne Atha­na­sia­dis ist – nach Sta­tio­nen bei Ö3, dem Ku­ri­er, dem ORF und ei­ner zwölf­jäh­ri­gen Selbst­stän­dig­keit – seit 2020 Mar­ke­ting- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­che­fin der Wie­ner Staats­oper. Dar­über hin­aus lei­tet sie seit 2023 mit größ­tem En­thu­si­as­mus die Or­ga­ni­sa­ti­on des Opern­balls, der dies­mal am 12. Fe­bru­ar über die Büh­ne geht und in al­le Welt über­tra­gen wird. We­ni­ge Wo­chen vor dem gro­ßen Er­eig­nis, ge­wis­ser­ma­ßen wäh­rend des End­spurts, pflegt Su­san­ne Atha­na­sia­dis die Kunst der Bi­lo­ka­ti­on: Sie scheint gleich­zei­tig an al­len Or­ten des Hau­ses zu sein, um auf die­se Wei­se über­all nach dem Rech­ten zu se­hen. Da­her fand sie, trotz ih­res enor­men Ar­beits­pen­sums, auch Zeit für die­ses In­ter­view.

Zum Auf­wär­men viel­leicht ein paar kur­ze Fra­gen à la Word­rap:

Gut, leg los!

Was be­deu­tet der Opern­ball für dich?

Ich sa­ge ger­ne, er ist mein „lieb­stes Hob­by“, denn mei­ne ei­gent­li­che Auf­ga­be an der Oper ist die Lei­tung der Ab­tei­lung Mar­ke­ting & Kom­mu­ni­ka­ti­on so­wie der Gui­ded Tours.

Und wo­her nimmst du die Zeit für die­ses Hob­by? Du hast mit dei­nem ei­gent­li­chen Job schon ge­nug zu tun.

Die ehr­li­che Ant­wort lau­tet: Ich weiß es nicht. Es ist al­les ei­ne Fra­ge der Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und vor al­lem ei­nes funk­tio­nie­ren­den Team­works. Mir steht ein Su­per-Team zur Sei­te!

Und wo­her nimmst du die En­er­gie?

So­wohl die Oper als auch der Opern­ball ma­chen Men­schen glück­lich. Hier Mit­ver­ant­wor­tung zu tra­gen, macht ei­nen selbst glück­lich und setzt un­ge­heu­re En­er­gi­en frei.

»Sowohl die Oper als auch der Opernball macht Menschen glücklich. Hier Mitverantwortung zu tragen, macht einen selbst glücklich und setzt ungeheure Energien frei.«

Warst du schon vor dei­ner ak­ti­ven Staats­opern-Zeit auf ei­nem Opern­ball?

Zwei­mal, aber das ist schon län­ger her.

Ziehst du dich wäh­rend des Balls ge­le­gent­lich in dein Bü­ro zu­rück, um die Bei­ne aus­zu­schüt­teln?

Ins Bü­ro ge­he ich nur, wenn ich die Tanz­schu­he ge­gen die Pla­teau-Snea­kers aus­wech­se­le.

Kannst du dir am nächs­ten Tag über­haupt noch die Fern­seh­be­richt­er­stat­tun­gen über den Opern­ball an­schau­en?

Das muss ich so­gar, um Feed­back ge­ben zu kön­nen – selbst auf die Ge­fahr hin, mich selbst im Bild zu se­hen.

Be­sucht dein Mann eben­falls den Opern­ball?

Im ers­ten Jahr muss­te ich ihn noch über­re­den, da­mals hat er Blut ge­leckt, und seit­her kommt er sehr ger­ne frei­wil­lig mit. Da ich ihm vor zwei Jah­ren zu Weih­nach­ten ei­nen Frack ge­schenkt ha­be, ist er auch bes­tens aus­ge­stat­tet.

Wie fühlst du dich, wenn die De­bü­tan­ten­paa­re ganz zu Be­ginn die Tanz­flä­che be­tre­ten?

Mein Puls ist un­ge­fähr bei 200. An­sons­ten bin ich ge­rührt, stolz, glück­lich – ein tol­les Ge­fühls­ge­misch!

Der Ball ist um fünf Uhr am Mor­gen zu En­de. Kannst du da­nach über­haupt schla­fen?

Der Ad­re­na­lin­spie­gel steht dem ent­ge­gen. Au­ßer­dem muss ich bald wie­der in die Oper, da die bei­den Kin­der-Zau­ber­flö­te-Vor­stel­lun­gen war­ten.

Hängst du dir zu Hau­se die Opern­ball­pla­ka­te auf?

Ja, zwei hän­gen schon. Das heu­ri­ge kommt eben­falls auf die Wand.

Wo­ran wirst du dich im Zu­sam­men­hang mit dem Opern­ball im­mer er­in­nern?

An mein ers­tes Li­ve-In­ter­view im Fern­se­hen. Zu wis­sen, dass min­des­tens ei­ne Mil­li­on Men­schen live zu­se­hen, ist schon ein ei­gen­ar­ti­ges Ge­fühl, an das man sich erst nach und nach ge­wöhnt. Da­mals war ich al­ler­dings fast ohn­mäch­tig vor Auf­re­gung. Aber es ist al­les gut ge­gan­gen.

Kom­men wir nun zu et­was aus­führ­li­che­ren Fra­gen: Ein Groß­er­eig­nis wie der Opern­ball, bei dem so vie­les ex­akt zu­sam­men­spie­len muss, be­darf ei­ner sehr prä­zi­sen Pla­nung und Or­ga­ni­sa­ti­on. Du bist seit 2023 fe­der­füh­rend be­tei­ligt. Wie se­hen dei­ne Auf­ga­ben­be­rei­che kon­kret aus?

Als es dar­um ging, den Opern­ball neu auf­zu­stel­len, wa­ren wir uns al­le ei­nig, dass es sich um ei­nen Event der Staats­oper han­delt, an dem das ge­sam­te Haus in­ten­siv zu­sam­men­wirkt. Al­so soll­te auch das Haus – ver­tre­ten durch den Di­rek­tor – als Gast­ge­ber fun­gie­ren und nicht ei­ne ein­zel­ne, ex­ter­ne so­ge­nann­te Opern­ball-La­dy. In sei­ner Funk­ti­on als Di­rek­tor ist Bog­dan Roščić da­her der Ein­zi­ge, der den Bun­des­prä­si­den­ten und das Pu­bli­kum im Fern­se­hen be­grüßt. Er selbst stützt sich, wie an je­dem an­de­ren Abend auch, auf ein Team, das sich um die Durch­füh­rung küm­mert. 

Im Fall des Opern­balls sind das drei Per­so­nen: die Stei­re­reck-Che­fin Bir­git Reit­bau­er als Spit­zen­gas­tro­no­min Ös­ter­reichs, Ma­ry­am Ye­ga­neh­far, die heu­te ei­ne der er­folg­reichs­ten Event-Agen­tu­ren des Lan­des be­treibt und ein un­ge­mei­nes Ge­spür für die Schön­heit und Ge­stal­tung von Räu­men mit­bringt, so­wie ich selbst, bei der so­wohl die or­ga­ni­sa­to­ri­schen und lo­gis­ti­schen Fä­den zu­sam­men­lau­fen als auch der Ver­kauf der Kar­ten, Ti­sche und Lo­gen.

Der Opern­ball setzt sich aus zwei Tei­len zu­sam­men: aus dem ein­stün­di­gen Er­öff­nungs­block am Be­ginn und dann dem rest­li­chen Abend, an dem sich al­le nach Lust und Lau­ne ins Ge­sche­hen wer­fen kön­nen. Dich in­ter­es­siert ver­mut­lich in ers­ter Li­nie die Er­öff­nung?

Mich in­ter­es­siert tat­säch­lich al­les! Ge­ra­de die Viel­fäl­tig­keit des An­ge­bots, die man in ih­rer Brei­te nur mit­be­kommt, wenn man an­we­send ist, ge­hört zu den Al­lein­stel­lungs­merk­ma­len die­ses Balls: die zahl­rei­chen Sä­le mit un­ter­schied­lichs­ter Mu­sik von der 1980er-Jah­re-Dis­co bis zum Wal­zer und zur Qua­dri­lle, die ver­schie­den­ar­tigs­ten Ku­lis­sen, in die man ein­tau­chen kann, die Aus­wahl an Spei­sen und Ge­trän­ken … Der Abend reicht de­fi­ni­tiv nicht aus, um die an­ge­bo­te­ne Fül­le in ih­rer Ge­samt­heit aus­kos­ten zu kön­nen.

Du nann­test den Opern­ball vor­hin dein liebs­tes Hob­by. Wann lässt denn die An­span­nung wäh­rend des Abends nach?

Gar nicht. Wie auch? Los geht’s mit ei­nem Fo­to-Shoo­ting auf der Fest­stie­ge, ge­folgt von ei­nem Di­rek­ti­ons­emp­fang für Künst­le­rin­nen und Künst­ler so­wie ge­la­de­ne Gäs­te nach dem Ein­lass um 20.15 Uhr. Vor und nach der Er­öff­nung sind TV-In­ter­views ein­ge­plant, im An­schluss küm­mert sich Bir­git Reit­bau­er um den Gas­tro­be­trieb, Ma­ry­am Ye­ga­neh­far in­spek­tiert al­le Räum­lich­kei­ten, und ich be­su­che di­ver­se Lo­gen­gäs­te; da­zwi­schen fin­det um zwei Uhr ein wei­te­rer Di­rek­ti­ons­emp­fang statt. Letz­tes Jahr ha­be ich es al­ler­dings tat­säch­lich ge­schafft, von vier bis halb­fünf zu tan­zen. Noch da­zu mit Chris­toph Sant­ner, der ge­mein­sam mit sei­ner Schwes­ter das Er­öff­nungs­ko­mi­tee be­treut und da­mit für die Er­öff­nungs­cho­reo­gra­fie ver­ant­wort­lich zeich­net. Was soll ich sa­gen? Er hat mich so meis­ter­haft ge­führt, dass ich das Ge­fühl hat­te, groß­ar­tig tan­zen zu kön­nen …

Ein gro­ßes The­ma un­ter Da­men ist na­tür­lich das Ball­kleid. Musst du es farb­lich mit dem Blu­men­schmuck ab­stim­men?

Mehr oder we­ni­ger. Heu­er wird es nicht die Far­be der Blu­men ha­ben, aber trotz­dem da­zu pas­sen. Das Kleid wird von der ös­ter­rei­chi­schen De­si­gne­rin Mi­chel Ma­yer für den Ball ent­wor­fen und mir le­dig­lich zur Ver­fü­gung ge­stellt. Da­nach wird es ver­kauft. Ein­mal im Jahr bin ich so et­was wie ei­ne „öf­fent­li­che Per­son“, an­sons­ten wir­ke ich ja im­mer hin­ter den Ku­lis­sen.

 »Ich verstehe diese Veranstaltung durchaus als eine wichtige Leistungsschau des Hauses. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass es sich um ein weltweit einzigartiges Großereignis mit immenser internationaler Strahlkraft handelt!«

Nun ei­ne ganz grund­sätz­li­che Fra­ge: Im­mer wie­der taucht der Vor­wurf auf, dass die Wie­ner Staats­oper we­gen des Opern­balls ih­rer Be­stim­mung, näm­lich all­abend­lich Opern- und Bal­lett­vor­stel­lun­gen auf höchs­tem Ni­veau an­zu­bie­ten, jähr­lich für meh­re­re Ta­ge nicht nach­kom­men kann. Wa­rum ist es den­noch für das Haus gut und wich­tig, den Opern­ball ab­zu­hal­ten?

Zu­nächst ein­mal – und das wis­sen vie­le mög­li­cher­wei­se gar nicht: Wir sind ge­setz­lich da­zu ver­pflich­tet, die­sen Ball aus­zu­rich­ten. Es ist al­so kei­ne Ent­schei­dung der je­wei­li­gen Di­rek­ti­on, ihn ab­zu­hal­ten oder nicht. Oder an­ders ge­sagt: Auch der Opern­ball ge­hört laut Bun­des­thea­ter­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­setz zur Be­stim­mung der Wie­ner Staats­oper, der sie nach­kom­men muss, und zwar, wie bei den Vor­stel­lun­gen, auf dem al­ler­höchs­ten Ni­veau. Ich ver­ste­he die­se Ver­an­stal­tung da­her durch­aus als ei­ne wich­ti­ge Leis­tungs­schau des Hau­ses. Wir dür­fen ja nicht ver­ges­sen, dass es sich um ein welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Groß­er­eig­nis mit im­men­ser in­ter­na­tio­na­ler Strahl­kraft han­delt! Un­ter den vie­len Mil­lio­nen, die den Ball im Fern­se­hen mit­ver­fol­gen, aber auch un­ter je­nen, die li­ve an­we­send sind, fin­den sich Un­zäh­li­ge, die durch die ein­stün­di­ge Er­öff­nung erst­mals Kon­takt zu ei­nem Opern­haus, zu Sän­ge­rin­nen und Sän­gern, zu ei­nem Bal­lett ha­ben und viel­leicht Feu­er fan­gen oder zu­min­dest be­schlie­ßen, die­se Gat­tung Mu­sik­thea­ter, ins­be­son­de­re die Wie­ner Staats­oper, ein­mal aus der Nä­he an­zu­schau­en.

Mar­ke­ting­tech­nisch ge­se­hen al­so ein Rie­sen­ge­schenk! Und das ist noch nicht al­les. In der Di­rek­ti­on Roščić wur­de näm­lich zu­sätz­lich et­was Es­sen­zi­el­les ein­ge­führt: Die heiß­be­gehr­ten Rang­lo­gen und Büh­nen­lo­gen des Opern­balls kön­nen zu­nächst ein­mal per Vor­kaufs­recht er­wor­ben wer­den. Und die­ses Vor­kaufs­recht er­hält man, wenn man ein hö­her zah­len­des Mit­glied des of­fi­zi­el­len Freun­des­krei­ses der Wie­ner Staats­oper ist, al­so Do­na­tor oder Be­ne­fac­tor+. Do­na­tor oder Do­na­to­rin ist mit ei­ner Zah­lung von 30.000 Eu­ro pro Spiel­zeit ver­bun­den. Die­ses für uns so wich­ti­ge Geld fließt dann 1:1 der Nach­wuchs­ar­beit der Staats­oper be­zie­hungs­wei­se dem Spiel­be­trieb der neu­en Spiel­stät­te NEST zu. Wenn man so will: Ein Vor­kaufs­recht für all je­ne, die auch wäh­rend des Jah­res der Wie­ner Staats­oper ver­bun­den sind – und nicht nur ein­mal beim Opern­ball.

Der zwei­te Vor­wurf, der re­gel­mä­ßig zu hö­ren ist, lau­tet: Das ist der Ball der Rei­chen und Su­per­rei­chen, von dem der Groß­teil der Be­völ­ke­rung aus­ge­schlos­sen ist.

Als wir 2023 nach der co­ro­na­be­ding­ten zwei­jäh­ri­gen Pau­se wie­der ei­nen Opern­ball ab­hal­ten konn­ten, war die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on durch die ho­he Ar­beits­lo­sig­keit be­zie­hungs­wei­se die weit ver­brei­te­te er­zwun­ge­ne Kurz­ar­beit, wel­che die Pan­de­mie ver­ur­sacht hat­te, enorm an­ge­spannt. Und so stell­ten wir uns da­mals die Fra­ge, auf wel­che Wei­se wir ge­ra­de durch den Opern­ball ein Zei­chen der So­li­da­ri­tät set­zen könn­ten. Das Er­geb­nis war der so­ge­nann­te So­li­da­ri­täts­bei­trag, ein Auf­schlag auf je­de Ball­kar­te und auf je­de Kon­su­ma­ti­on, der als Spen­de dem Ver­ein Ös­ter­reich hilft Ös­ter­reich zu­gu­te­kommt. Die­ser Ver­ein wur­de vom ORF und den wich­tigs­ten Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen des Lan­des ein­ge­rich­tet und un­ter­stützt in Not ge­ra­te­ne Men­schen schnell und un­bü­ro­kra­tisch. Letz­tes Jahr bei­spiels­wei­se wa­ren es Op­fer der Hoch­was­ser­ka­ta­stro­phe. 

Fi­nan­zi­ell nicht un­we­sent­lich er­gänzt wer­den die­se mitt­ler­wei­le ob­li­ga­to­ri­schen Auf­schlä­ge durch ei­ne wei­te­re Be­son­der­heit, die eben­falls erst seit 2023 exis­tiert: Es ist uns heu­er zum vier­ten Mal ge­lun­gen, ei­nen nam­haf­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler be­zie­hungs­wei­se des­sen Er­ben zu ge­win­nen, dem Opern­ball ein ei­ge­nes Werk zu spen­den. Im ers­ten Jahr war dies Ge­org Ba­se­litz, im Jahr dar­auf Her­bert Brandl, da­nach der Sohn Franz Grab­mayrs und dies­mal Ar­nulf Rai­ner, mit dem wir schon im Früh­jahr ent­spre­chen­den Kon­takt auf­ge­nom­men hat­ten. Die­se Wer­ke die­nen ei­ner­seits als Su­jet für das je­wei­li­ge Opern­ball­pla­kat und ge­lan­gen an­de­rer­seits ins Do­ro­the­um zu ei­ner Be­ne­fiz­ver­stei­ge­rung. Der Er­lös kommt wie­der­um zu un­se­rer So­li­da­ri­täts­spen­de da­zu. In Sum­me hat der Opern­ball auf die­se Wei­se bis­her rund 1,4 Mil­lio­nen Eu­ro ein­ge­bracht.

Und was die Rei­chen und Su­per­rei­chen be­trifft: Ein­mal den Zau­ber und die ein­zig­ar­ti­ge At­mo­sphä­re des Opern­balls mit­er­le­ben zu dür­fen, zählt für vie­le der Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher des Abends zu ei­nem lang­ge­heg­ten Traum, den man sich ein­mal gönnt, selbst wenn man nicht zur fi­nanz­star­ken Eli­te ge­hört. Das Pu­bli­kum ist al­so auch hier glück­li­cher­wei­se sehr viel­fäl­tig.

Durch die Spen­den­auf­ru­fe des ORF kann sich das Fern­seh­pu­bli­kum eben­falls an der Ak­ti­on Ös­ter­reich hilft Ös­ter­reich be­tei­li­gen. Über­haupt ist der ORF ein wich­ti­ger Part­ner des Opern­balls. Da pro­fi­tie­ren wohl bei­de Sei­ten von­ein­an­der?

Der ORF be­zahlt die Über­tra­gungs­rech­te und ver­fügt da­durch über die meist­ge­se­he­ne Sen­dung im Jahr und kann den Con­tent in den dar­auf­fol­gen­den Ta­gen viel­fach wei­ter­ver­wen­den. Die Re­dak­ti­on für die­se Sen­dun­gen liegt selbst­ver­ständ­lich aus­schließ­lich beim ORF. Wir ar­bei­ten aber sehr eng und gut zu­sam­men, und die Wie­ner Staats­oper hat bis hin zur Mo­de­ra­to­ren­aus­wahl ein ge­wis­ses Mit­spra­che­recht. Zu­dem er­mun­tern wir die Künst­le­rin­nen und Künst­ler so­wie un­se­re pro­mi­nen­ten Gäs­te, dem ORF für In­ter­views zur Ver­fü­gung zu ste­hen. Es ist al­so tat­säch­lich ei­ne Win-win-Si­tua­ti­on.

Ge­mein­sam mit den bei­den Sant­ner-Ge­schwis­tern bist du Teil der drei­köp­fi­gen Ju­ry, die nach ei­nem Vor­tan­zen im Gus­tav-Mah­ler-Saal der Staats­oper dar­über ent­schei­det, wer für das Er­öff­nungs­ko­mi­tee aus­ge­sucht wird. Wo­rauf wird da­bei ge­ach­tet?

Ma­ria und Chris­toph Sant­ner ach­ten auf die Qua­li­tät der tän­ze­ri­schen Leis­tung. Je­des der jun­gen Paa­re muss sich bei ei­nem Links­wal­zer be­wei­sen. Ich schaue hin­ge­gen auf die Aus­strah­lung, das Selbst­be­wusst­sein, in­wie­weit das Paar gut zu­sam­men­passt und Ähn­li­ches. Das Vor­tan­zen für den heu­ri­gen Ball fand im Ok­to­ber statt – an­ge­tre­ten sind nicht we­ni­ger als 400 Paa­re. Dar­über hin­aus re­kru­tie­ren wir Paa­re aus dem Tanz­ver­ein für Men­schen mit und oh­ne Be­hin­de­rung Ich bin OK. Uns ist es wich­tig, auch hier ein Zei­chen der In­klu­si­on zu set­zen.

Nun ist der Ball am Frei­tag um fünf Uhr be­reits Ge­schich­te. Ab wann star­ten die Vor­be­rei­tun­gen für 2027, und wel­che The­men wer­den als ers­tes be­han­delt?

Die ers­te Ge­sprächs­run­de mit dem Di­rek­tor fin­det schon we­ni­ge Ta­ge nach dem Ball statt. Ein ehr­li­ches Feed­back von al­len Sei­ten ist na­tür­lich die Vor­aus­set­zung für vie­le wei­te­re Über­le­gun­gen. Da wir in den letz­ten drei Jah­ren be­gon­nen ha­ben, ein­zel­ne Räu­me zu adap­tie­ren, geht es wei­ters dar­um, wo wir dies­be­züg­lich fort­set­zen. Heu­er wur­den die Büh­nen­lo­gen re­stau­riert und mit ei­nem schö­nen Hin­ter­grund ver­se­hen, au­ßer­dem wird ei­ne neue Bar die Gäs­te emp­fan­gen. Wei­te­re Vor­be­rei­tungs­schrit­te be­tref­fen den Blu­men­schmuck, das Opern­ball­su­jet, die Mu­sik­aus­wahl, die Su­che nach Part­nern und Spon­so­ren. Na­tür­lich ver­dich­tet sich die Ar­beit in den letz­ten Wo­chen ge­hö­rig, aber ein Dau­er­the­ma bleibt der Opern­ball auch die rest­li­che Zeit im Jahr.

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