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Er nahm die Partitur ernst

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Nikolaus Harnoncourt starb vor zehn Jahren

An der Wie­ner Staats­oper hat Ni­ko­laus Har­non­court viel zu we­ni­ge Auf­füh­run­gen di­ri­giert. Von ei­nem Kon­zert für Ös­ter­reich im Jahr 2006 ab­ge­se­hen, kon­zen­trier­te sich sein Wir­ken im Haus am Ring auf die Jah­re 1987 bis 1991. Staats­opern­di­rek­tor Claus Hel­mut Dre­se kommt das Ver­dienst zu, die­sen gro­ßen Pio­nier der his­to­risch in­for­mier­ten Auf­füh­rungs­pra­xis, die­sen Re­vo­lu­tio­när der In­ter­pre­ta­ti­ons­ge­schich­te en­ga­giert zu ha­ben. Es wa­ren aus­schließ­lich Opern von Mo­zart, die Har­non­court hier ei­nem stau­nen­den, be­geis­ter­ten und ja, teil­wei­se auch ab­leh­nen­den Pu­bli­kum prä­sen­tier­te: Neu­pro­duk­tio­nen von Ido­me­neo, Zau­ber­flö­te und Così fan tut­te so­wie, ge­mein­sam mit den Wie­ner Fest­wo­chen im Thea­ter an der Wien, die Ent­füh­rung aus dem Se­rail.

Auch wenn Har­non­courts Mu­si­zie­ren an der Wie­ner Staats­oper nach 1991 jäh ab­riss, so hat­te er den­noch ei­ne so deut­li­che Weg­mar­ke ge­setzt, dass es hier eben­falls nie mehr so war wie zu­vor. Denn auch im Mu­sik­-Per­so­nal hat­te nach an­fäng­li­cher (zum Teil deut­li­cher) Skep­sis nach und nach die Be­geis­te­rung über­hand­ge­nom­men.

Pas­send zum Re­per­toire, das Ni­ko­laus Har­non­court an der Wie­ner Staats­oper di­ri­giert hat­te, und auch pas­send zur be­vor­ste­hen­den Neu­pro­duk­ti­on von La cle­men­za di Ti­to, sei an die­ser Stel­le an ei­nen Aus­spruch Har­non­courts er­in­nert, der viel von sei­nem tie­fen, for­schen­den Blick er­zählt, ei­nem Blick, der der Mu­sik im­mer in die tiefs­ten Schich­ten nach­spür­te und sie da­durch ei­nem Pu­bli­kum auf ein­zig­ar­ti­ge Wei­se er­leb­bar ge­macht hat.

»Mo­zarts Mu­sik ist mei­ner Mei­nung nach auch des­halb so voll­kom­men, weil sie all dies Apol­li­ni­sche tat­säch­lich ent­hält, aber sie sagt noch un­end­lich viel mehr. Sie ent­hält die gan­ze Fül­le des Le­bens vom tiefs­ten Schmerz bis zur reins­ten Freu­de. Sie trägt die bit­ters­ten Kon­flik­te aus, oft oh­ne ei­ne Lö­sung an­zu­bie­ten. Es ist sehr oft er­schre­ckend di­rekt, wie sie uns den Spie­gel vor­hält. Die­se Mu­sik ist viel mehr als schön, sie ist furcht­bar, im al­ten Sin­ne die­ses Wor­tes: er­ha­ben, al­les durch­schau­end, al­les wis­send.«

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