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Ein elegant gedeckter Tisch auf der Bühne wird von einem festlich gekleideten Mann betrachtet, während eine Frau in rotem Kleid ihn charmant umgarnt und andere Figuren in historischen Kostümen zusehen.
Giacomo Puccini

La Bohème

Oper

Oper in vier Bildern

Text Luigi Illica & Giuseppe Giacosa

nach Henri Murger

Sprache Italienisch

Über das Werk

Das Le­ben ei­ner Grup­pe jun­ger Künst­ler im Pa­ris des 19. Jahr­hun­derts. Ei­ne Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen dem Dich­ter Ro­dol­fo und der Nach­ba­rin Mi­mi, ei­ner ar­men Nä­he­rin.

Ih­re Be­zie­hung durch­lebt Hö­hen und Tie­fen, wäh­rend sie ge­mein­sam mit ih­ren Freun­den Mar­cel­lo, Mu­set­ta, Schau­nard und Col­li­ne die Freu­den und Her­aus­for­de­run­gen des Künst­ler­le­bens tei­len. Doch tra­gi­sche Um­stän­de und die Ar­mut der Zeit stel­len ih­re Lie­be auf die Pro­be. Ei­ne zeit­lo­se Ge­schich­te von Lie­be, Ver­lust und dem Stre­ben nach Schön­heit.

La Bohème

Handlung

Der Weih­nachts­abend in der von vier jun­gen Künst­lern be­wohn­ten arm­se­li­gen Man­sar­de wird sich kaum von an­de­ren Aben­den un­ter­schei­den:

Mar­cel­lo ar­bei­tet an ei­nem Ge­mäl­de, Ro­dol­fo, Dich­ter und Schrift­stel­ler, blickt über die Dä­cher von Pa­ris. Sie ha­ben kein Geld, sie frie­ren und sind doch gu­ten Muts. Ein Bün­del Ma­nu­skrip­te heizt den Ofen nur für Au­gen­bli­cke. Col­li­ne, sei­nes Zei­chens Phi­lo­soph, kommt un­ver­rich­te­ter Din­ge nach Hau­se – das Leih­haus war ge­schlos­sen.

Aber der vier­te, Schau­nard, der Mu­si­ker, hat mehr Glück. Er er­zählt, kei­ner hört zu – die mit­ge­brach­ten Le­bens­mit­tel ver­spre­chen ein fro­hes Fest. Schau­nard aber will es an­ders – am Weih­nachts­abend wird aus­ge­gan­gen. Noch droht Ge­fahr: Der Haus­be­sit­zer klopft und ver­langt die Mie­te. Ein Glas Wein und die Freund­lich­keit der Künst­ler las­sen ihn in die Fal­le stol­pern; zwin­kernd spricht er von ei­nem Lie­bes­aben­teu­er, Grund ge­nug für die Freun­de, ihm mit gut ge­spiel­ter mo­ra­li­scher Ent­rüs­tung die Tür zu wei­sen.

Ro­dol­fo bleibt noch, um ei­nen Ar­ti­kel zu be­en­den, wäh­rend die an­de­ren ins Ca­fé Mo­mus vor­aus­ge­hen. Es klopft: Ei­ne jun­ge Frau ist drau­ßen, sie möch­te die er­lo­sche­ne Ker­ze an­zün­den. Von Hus­ten ge­quält sinkt sie zu­sam­men. Dann, dank­bar für ge­währ­te Hil­fe, will sie wie­der ge­hen; doch der Woh­nungs­schlüs­sel ist, nicht ganz zu­fäl­lig, in Ver­lust ge­ra­ten, die Zug­luft lässt al­le Lich­ter ver­lö­schen. In der Fins­ter­nis fin­den sich die Hän­de. Mi­mì wer­de sie ge­nannt, lässt sie wis­sen, sie sti­cke Blu­men … Drau­ßen ru­fen die Freun­de.

Der Weih­nachts­abend hat sei­ne Trüb­se­lig­keit ver­lo­ren.

Das Stu­den­ten­vier­tel von Pa­ris bie­tet ein bun­tes Bild. Scha­ren von Men­schen durch­zie­hen die Stra­ßen. Ro­dol­fo kauft sei­ner Mi­mì ein Häub­chen und lädt sie ins Ca­fé Mo­mus ein, stellt sie den Freun­den vor, freut sich an de­ren Be­wun­de­rung.

Nur Mar­cel­lo hat Kum­mer, und sein Kum­mer hat ei­nen Na­men: Mu­set­ta. An der Sei­te ei­nes eben­so al­ten wie rei­chen Ga­lans er­scheint sie mit der fes­ten Ab­sicht, al­le Re­gis­ter der Ver­füh­rungs­kunst zu zie­hen. Die­sem in al­ler Öf­fent­lich­keit vor­ge­tra­ge­nen An­sturm ist Mar­cel­lo nicht ge­wach­sen, und ei­ne al­te, gro­ße Lie­be wird frisch ge­kit­tet.

Ein trü­ber Fe­bru­ar­mor­gen an der Zoll­schran­ke, die ei­nen Pa­ri­ser Vor­ort von der In­nen­stadt trennt.

Ar­bei­ter, Fuhr­leu­te, Milch­frau­en wer­den durch­ge­las­sen, zie­hen an der Schen­ke vor­bei, die von ei­nem halb­fer­ti­gen Bild Mar­cel­los ge­ziert wird. Der Wind scheint Mu­set­tas Stim­me her­über­zu­we­hen. Es ist kalt, Mi­mì hat­te Streit mit Ro­dol­fo, Mar­cel­lo soll ver­mit­teln. Ro­dol­fo schei­ne sie zu flie­hen, sie wis­se nicht, war­um.

Auch Mar­cel­lo ahnt nicht die wah­ren Grün­de; Ro­dol­fo ent­deckt sie ihm: Mi­mì sei tod­krank, sie ha­be nur noch kur­ze Zeit zu le­ben, und er er­tra­ge nicht, sie lei­den zu se­hen. Er muss noch mehr er­tra­gen: Mi­mì hat ihr To­des­ur­teil mit­an­ge­hört, ein Hus­ten­an­fall ver­rät ih­re Ge­gen­wart. Und Ro­dol­fos Lie­be ge­lingt das Schwer­ste: Ver­zweif­lung zu mil­dern, Ru­he in das ge­quäl­te Herz zu brin­gen. Selt­sa­mer Kon­trast: Mar­cel­lo und Mu­set­ta. Ih­re Lie­be scheint den Streit zu su­chen.

Drei oder vier Mo­na­te sind ver­gan­gen. Mar­cel­lo und Ro­dol­fo ha­ben ih­re Ge­lieb­ten ver­lo­ren. Sin­nend sit­zen sie bei der Ar­beit. Wo ist Mu­set­ta, wo ist Mi­mì? Las­sen sich die un­be­küm­mer­ten Ta­ge von einst wie­der­ho­len?

Fast scheint es so: So­bald Schau­nard und Col­li­ne mit we­ni­gen arm­se­li­gen Le­bens­mit­teln kom­men, wird die Stim­mung bes­ser; man ver­sucht, die al­te Fröh­lich­keit her­vor­zu­ho­len, spielt Thea­ter, tanzt, du­el­liert sich … Mu­set­ta bringt Mi­mì her­ein.

Mi­mì ist vom To­de ge­zeich­net. Al­les be­müht sich um sie; dank­bar er­kennt sie die Freun­de.

Durch ih­ren Blick wer­den Mu­set­ta und Mar­cel­lo ver­eint. Mu­set­ta op­fert ih­re Ohr­rin­ge, um der Kran­ken den letz­ten Wunsch zu er­fül­len: ei­nen Muff. Und Col­li­ne, ein Phi­lo­soph mit Herz, ver­setzt sei­nen al­ten Man­tel. Ro­dol­fo bleibt bei der Ster­ben­den; sie sind al­lein mit ih­ren Er­in­ne­run­gen. Die Freun­de kom­men mit ih­ren Ga­ben zu­rück, ei­ne letz­te Freu­de für Mi­mì. Sanft schlum­mert sie hin­über.

1. & 2. Bild ca. 60 Minuten
Pause ca. 25 Minuten
3. & 4. Bild ca. 60 Minuten

Fran­co Zef­fi­rel­lis be­kann­te, ja, be­rühm­te In­sze­nie­rung steht seit mehr als ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert auf dem Spiel­plan der Wie­ner Staats­oper. Ge­ne­ra­tio­nen von Opern­be­su­che­rin­nen und Opern­be­su­chern folg­ten dem tra­gisch-hei­te­ren Le­ben der jun­gen Leu­te in ei­ner at­mo­sphä­risch tref­fen­den wie de­tail­ver­lieb­ten Büh­nen­um­ge­bung. Zef­fi­rel­li er­zählt das zar­te Auf­kei­men der Lie­be zwi­schen Mi­mì und Ro­dol­fo mit ei­nem so ge­rühr­ten wie un­pa­the­ti­schen Blick auf das Paar, mischt zu­wei­len – nicht zu def­ti­ge – Ko­mik un­ter, bie­tet pit­to­res­ke Bil­der in den Mas­sen­sze­nen, um im drit­ten Bild die auch mu­si­ka­lisch aus­ge­drück­te Win­ter­stim­mung ge­konnt ein­zu­fan­gen. Sei­ne Set­zung des tra­gi­schen Fi­na­les ist ein Mus­ter­bei­spiel an ge­kon­nter Zu­rück­nah­me: Man sieht Men­schen auf der Büh­ne, de­ren Leid nicht nur be­rührt, son­dern trifft – bes­ser ist Puc­ci­nis Meis­ter­werk nicht in Bil­der zu fas­sen.

Mu­si­ka­lisch fass­te Puc­ci­ni das Ge­sche­hen in ei­ne so kom­ple­xe wie bil­der­rei­che Klang­spra­che, die so­fort in den Bann zieht. Hier der Tru­bel der Mas­sen, dort die zar­te An­nä­he­rung des Lie­bes­paa­res, dann wie­der das gro­ße Lie­bes­glück und eben­sol­cher Schmerz: Ein Kos­mos, der das Pu­bli­kum stets ver­zau­bert und bannt. Wenn et­wa Mi­mì in ih­rer gro­ßen Ari­e im ers­ten Bild den an­bre­chen­den Früh­ling be­singt, dann lässt Puc­ci­ni den Ge­sang und das Or­ches­ter auf­strah­len und nimmt das Pu­bli­kum so mit in Mi­mìs Welt; und wenn er Ro­dol­fo sein Dich­ter­le­ben be­sin­gen lässt, dann ist man ganz bei dem Po­e­ten, in des­sen ar­men, aber ju­gend­lich-stol­zen Le­ben. Da ist es nicht wei­ter ver­wun­der­lich, dass auch ein Tho­mas Mann in sei­nem Der Zauberberg auf die be­son­de­ren Qua­li­tä­ten die­ser Oper ein­ging.

Ein Mann und eine Frau befinden sich in einem dramatischen Austausch. Der Mann steht nahe der Frau, die auf einer Truhe sitzt. Beide tragen historische Kleidung, die auf eine Theateraufführung hinweist. Die Szene zeigt emotionale Intensität in einer dämmerigen Umgebung.
Eine schauspielende Frau sitzt auf einem Koffer, bekleidet mit einem historischen Kleid. Sie hat einen traurigen Ausdruck im Gesicht und schaut emotional. Im Hintergrund sind einige bewegliche Requisiten und einige Textilien sichtbar. Die Szene vermittelt einen Ausdruck von Melancholie.
Eine Frau in einem prunkvollen, roten Kleid mit schwarzen Akzenten steht auf einer Bühne und singt leidenschaftlich. Neben ihr steht ein Mann in smoking, der überrascht reagiert. Im Hintergrund sitzen weitere Personen an Tischen und beobachten die Szene.
Der Bildinhalt zeigt einen Mann in eleganter Kleidung, der in einem heruntergekommenen Raum mit einer offenen Fenster steht. Auf einem Holzschreibtisch sind ein Glas und einige Bücher zu sehen. Das Licht fällt sanft durch das Fenster und schafft eine nachdenkliche Atmosphäre.
Ein Paar steht eng umschlungen auf einer Theaterbühne. Die Frau trägt ein elegantes, fließendes Kleid und eine Stola. Beide zeigen Emotionen, die Situation wirkt dramatisch. Im Hintergrund sind dunkle Wände und ein Fenster mit schwachem Licht sichtbar.
Zwei Darsteller in einem dramatischen Moment auf einer Bühne. Der männliche Charakter umarmt die weibliche Figur, die auf einem Bett sitzt, und beide zeigen starke Emotionen. Der Hintergrund ist schlicht und unauffällig, was die Intensität ihrer Darstellung unterstreicht.
Ein Mann und eine Frau sitzen in einem stimmungsvollen Raum. Der Mann blickt intensiv auf die Frau, während sie ihn anlächelt. Sie trägt ein elegantes, hellblaues Kleid und ist mit einer Decke umhüllt. Die Szene vermittelt eine emotionale Verbindung zwischen den beiden.
Das Bild zeigt ein Schauspielszene mit einem Mann und einer Frau, die sich gegenüberstehen und Händchen halten. Die Frau trägt ein rot gestreiftes Kleid, während der Mann einen langen Mantel trägt. Die Szene ist von einer rustikalen Kulisse mit Holzvertäfelungen umgeben.

Häufige Fragen

Tickets für unsere Stehplätze können am Vorstellungstag ab 10 Uhr online oder an den Bundestheaterkassen erworben werden. Besitzer*innen einer BundestheaterCard können Stehplätze bereits am Tag vor der Vorstellung online buchen.

Zusätzlich steht für reguläre Abendvorstellungen ein fixes Kontingent an Stehplatztickets ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn an unserer Stehplatzkassa (Eingang Operngasse) zur Verfügung.

Un­se­re Opern wer­den in den Ori­gi­nal­spra­chen ge­sun­gen – die­se sind je nach Werk un­ter­schied­lich und un­ter dem Ti­tel an­ge­ge­ben.

An je­dem Sitz­platz kön­nen Un­ter­ti­tel in ver­schie­de­nen Spra­chen über ei­nen ei­ge­nen Un­ter­ti­tel-Bild­schirm ein- oder aus­ge­schal­tet wer­den. Ne­ben der Ori­gi­nal­spra­che der Oper, Deutsch und Eng­lisch, kön­nen Sie aus bis zu sechs wei­ter­en Spra­chen wäh­len: Ita­lie­nisch, Fran­zö­sisch, Rus­sisch, Ja­pa­nisch, Spa­nisch, Chi­ne­sisch (Man­da­rin).

Bei einer Vorstellungsänderung können Sie Ihre Tickets selbstverständlich zurückgeben oder umtauschen.

Da Umbesetzungen aufgrund von Erkrankungen oder sonstigen Verhinderungen von Künstler*innen nicht auszuschließen sind, besteht in diesem Fall kein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises oder Umtausch.

Bei einem Nicht-Einlass in den Saal durch Zuspätkommen (auch nach der Pause) ist eine Rückgabe oder ein Umtausch des Tickets nicht möglich.

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Die Gar­der­oben be­fin­den sich ne­ben den Ein­gän­gen an der Sei­te Opern­gas­se, auf dem Bal­kon und der Ga­le­rie rechts- und links­sei­tig so­wie in den Lo­gen.
Alle Gar­der­oben im Haus sind kos­ten­frei.

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Wei­te­re prak­ti­sche In­fos zu Ih­rem Be­such (z. B. Gas­tro­no­mie, Bar­rie­re­frei­heit, …) fin­den Sie hier.

 

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