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Wolfgang Amadeus Mozart

Die Entführung

aus dem Serail

Oper

Ein deutsches Singspiel in drei Aufzügen

Text Johann Gottlieb Stephanie

nach Christoph Friedrich Bretzner

Sprache Deutsch

Freitag 24. Oktober 2025 19:00 – 22:00 Eine Pause Großer Saal
Abo 7

Ticketinformationen

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In diesem Abo sind folgende Vorstellungen enthalten:

24. Oktober 2025Die Entführung aus dem Serail
16. Jänner 2026Idomeneo
13. März 2026Don Pasquale
10. April 2026Visionary Dances (Ballett)
12. Juni 2026Animal Farm

Besetzung am
24. Oktober 2025

Bassa Selim

Konstanze

Konstanze - Schauspielerin

Blonde - Schauspielerin

Osmin - Schauspieler

Belmonte - Schauspieler

Pedrillo - Schauspieler

Musikalische Leitung

Inszenierung

Hans Neuenfels

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Bettina Merz

Licht

Stefan Bolliger

Dramaturgie und Regiemitarbeit

Henry Arnold

Über das Werk

Bel­mon­te er­reicht auf der Su­che nach sei­ner Ver­lob­ten Kon­stan­ze, die zu­sam­men mit Blon­de und ih­rem Ge­lieb­ten Pe­d­rill­o von See­räu­bern ent­führt wur­de, das Land­gut Bas­sa Se­lims.

Die­ser hat die drei als Skla­ven ge­kauft und sich in Kon­stan­ze ver­liebt. Sie aber will Bel­mon­te treu blei­ben und wä­re be­reit, die ihr an­ge­droh­ten Qua­len zu er­tra­gen. Ei­ne ge­plan­te Flucht Bel­mon­tes und der drei Ge­fan­ge­nen miss­lingt. Der Bas­sa er­kennt in dem um Gna­de bit­ten­den Bel­mon­te den Sohn sei­nes Tod­fein­des, der ihm einst die Ge­lieb­te raub­te und ihn zwang, sein Va­ter­land zu ver­las­sen. Doch er schenkt al­len die Frei­heit: »Wen man durch Wohl­tun nicht für sich ge­win­nen kann, den muss man sich vom Hal­se schaf­fen.«

Die Entführung

aus dem Serail

Handlung

Der spa­ni­sche Edel­mann Bel­mon­te er­scheint vor dem Land­gut des Bas­sa Selim, auf der Su­che nach sei­ner Ver­lob­ten Kon­stan­ze. Die­se wur­de zu­sam­men mit ih­rer Die­ne­rin, der eng­li­schen Zo­fe Blon­de, und Bel­mon­tes Die­ner Pe­dril­lo von See­räu­bern ent­führt.

Er trifft auf Os­min, den Auf­se­her über das Land­gut, der ihm aber die ge­wünsch­te Aus­kunft feind­se­lig ver­wei­gert. Erst nach sei­ner Wie­der­be­geg­nung mit Pe­dril­lo er­fährt Bel­mon­te, dass Kon­stan­ze so­wie das Paar Blon­de und Pe­dril­lo vom Bas­sa Selim als Skla­ven ge­kauft wur­den. Die­ser liebt Kon­stan­ze, wur­de aber bis­her nicht er­hört.

Als zum Is­lam kon­ver­tier­ter Eu­ro­pä­er ha­be er »noch so­viel De­li­ka­tes­se, keins sei­ner Wei­ber zur Lie­be zu zwin­gen«. Da­von kann sich Bel­mon­te heim­lich über­zeu­gen, als der Bas­sa mit sei­nem Ge­fol­ge und Kon­stan­ze er­scheint und Kon­stanzes er­neu­ten Bit­ten um Auf­schub ih­rer Ent­schei­dung nach­gibt. Pe­dril­lo ge­lingt es, Bel­mon­te dem Bas­sa als Bau­meis­ter vor­zu­stel­len und ver­schafft ihm so, ge­gen den Wi­der­stand Os­mins, Zu­tritt zum Pa­last.

Selbst­be­wusst weiß sich Blon­de, die Os­min als Skla­vin ge­schenkt wur­de, ge­gen die An­näh­e­rungs­ver­su­che des ver­lieb­ten Tür­ken zu weh­ren. Wie­der wirbt der Bas­sa um Kon­stanzes Gunst, die sich je­doch Bel­mon­te ver­pflich­tet fühlt. Lie­ber will sie die von dem ge­kränk­ten Bas­sa an­ge­droh­ten Mar­tern er­tra­gen, als Bel­mon­te un­treu zu wer­den.

Das Wie­der­se­hen steht be­vor, Bel­mon­te er­war­tet sei­ne Ge­lieb­te. Als sich die bei­den eu­ro­pä­i­schen Pa­a­re ge­gen­über­ste­hen, wird die Freu­de emp­find­lich ge­trübt:

Bel­mon­te und Pe­dril­lo be­zwei­feln die Treue der Frau­en. Kon­stan­ze und Blon­de sind tief ver­letzt. Die für Mit­ter­nacht ge­plan­te Ent­füh­rung der Frau­en miss­lingt, weil der von Pe­dril­lo be­tru­nken ge­mach­te Os­min aus sei­nem Rausch zu früh er­wacht. Os­min sieht die Stun­de sei­ner Ra­che ge­kom­men.

Der Bas­sa er­kennt in dem um Gna­de bit­ten­den Bel­mon­te den Sohn sei­nes Tod­fein­des, der ihm einst die Ge­lieb­te raub­te und ihn zwang, sein Va­ter­land zu ver­las­sen. Die bei­den Pa­a­re er­war­ten den Tod. Der Bas­sa aber schenkt al­len die Frei­heit: »Wen man durch Wohl­tun nicht für sich ge­win­nen kann, den muss man sich vom Hal­se schaf­fen.« Al­le stim­men ein Lob­lied auf die Groß­zü­gig­keit des Bas­sa an, nur Os­min, der vor ohn­mäch­ti­ger Wut kocht, fällt aus der Rol­le. Der Bas­sa bleibt al­lein.

1. Teil ca. 90 Minuten
Pause ca. 25 Minuten
2. Teil ca. 65 Minuten

»Es ist auf­re­gend, wenn die Sän­ger den Schau­spie­lern häu­fig das Spre­chen über­las­sen. Nicht weil sie es nicht kön­nen, sie spre­chen ja auch, son­dern sie the­ma­ti­sie­ren die Fra­ge des Sin­gens und des Spre­chens mit­ein­an­der«, so Re­gis­seur Hans Neuenfels im Ge­spräch mit dem In­ten­dan­ten und Dra­ma­tur­gen Klaus Zehelein. Durch die Ver­dopp­lung al­ler Ge­sangs­rol­len mit Schau­spie­le­rin­nen und Schau­spie­lern ge­lingt es Neuenfels, die in­ner­see­li­schen Kon­flik­te der Ak­teu­re in hoch­poe­ti­schen Spie­ge­lun­gen thea­ter­wirk­sam wer­den zu las­sen. In der Ent­füh­rung aus dem Se­rail, so der Re­gis­seur, set­ze Mozart exis­ten­zi­el­le Fra­ge­stel­lun­gen in Mu­sik; die Pro­duk­ti­on nimmt die­sen Fa­den auf und führt das Pu­bli­kum tief in die un­ter­schied­li­chen Ge­fühls­ebe­nen der Han­deln­den hin­ab. Hans Neuenfels: »Die un­ter­schied­li­chen Zu­stän­de der Wahr­neh­mung, des Emp­fin­dens, des Seins kön­nen durch die Auf­spal­tung der Fi­gu­ren gleich­zei­tig statt­fin­den. Wir sind zu­gleich meh­re­re, und das wird durch die­se In­ter­pre­ta­ti­on sicht­bar, aber nicht im Sin­ne ei­ner Schi­zo­phre­nie. Die Iden­ti­tät ist kei­ne fest­ste­hen­de Grö­ße. Auf das ‚Ich‘ ist grund­sätz­lich kein Ver­lass.«

»Die Sin­fo­nie, den Chor im ers­ten ackt, und den schluß Chor wer­de ich mit tür­cki­scher Mu­sick ma­chen.«, schrieb Wolfgang Amadeus Mozart am 1. Au­gust 1781 an sei­nen Va­ter Leopold über das ge­plan­te neue Sing­spiel. Die all­ge­gen­wär­ti­ge exo­tis­ti­sche »alla turca«-Mode setz­te Mozart mu­si­ka­lisch mit Rück­griff auf Ele­men­te der be­lieb­ten »Ja­nit­scha­ren­mu­sik« um und er­wei­ter­te sein Or­ches­ter ent­spre­chend um In­stru­men­te wie die gro­ße Trom­mel und die Tri­an­gel. Das „Exo­ti­sche“ ist da­bei nur ein As­pekt die­ses gro­ßen Wurfs im Gen­re des deut­schen Sing­spiels. Be­rühmt wur­de Carl Maria von Webers Ein­schät­zung, Mozart habe mit der Ent­füh­rung be­reits den »Rei­fe­grad« sei­ner Mu­sik er­reicht. Tat­säch­lich prä­sen­tier­te sich der 26-Jäh­ri­ge mit die­ser Par­ti­tur als kom­plet­ter, da­bei ge­ni­al-sen­si­bler Kom­po­nist mit un­ver­gleich­lich fei­nem Ge­spür für Mu­sik­dra­ma­tur­gie und gro­ßer In­no­va­ti­ons­kraft. Exem­pla­risch etwa der Ein­satz der Ter­ras­sen­dy­na­mik mit ih­ren schnell um­schla­gen­den For­te-pia­no-Kon­tras­ten, die hier so stark aus­ge­prägt ist wie in kei­nem an­de­ren von Mozarts Büh­nen­wer­ken. Das Werk er­wies sich als Her­aus­for­de­rung auch für höchs­te Oh­ren: »Ge­wal­tig vie­le No­ten, lie­ber Mozart«, soll Joseph II. nach der ers­ten Vor­stel­lung ge­sagt ha­ben. Mozart aber wuss­te: »Ge­ra­de so vie­le No­ten, Euer Ma­jes­tät, als nö­tig sind.«

Die so­ge­nann­te »Tür­ken­oper« war ein im 18. Jahr­hun­dert be­lieb­tes und weit ver­brei­te­tes Gen­re. Da­bei eig­ne­te man sich das Lo­kal­ko­lo­rit des Os­ma­ni­schen Reichs un­ter dem weit­läu­fi­gen Be­griff »tür­kisch« an, der je­doch sinn­bild­lich für al­les Exo­ti­sche, Frem­de und An­ders­ar­ti­ge stand. Schon im aus­ge­hen­den 17. Jahr­hun­dert fin­den sich bei­spiels­wei­se bei Jean-Baptiste Lully Wer­ke mit »tür­ki­schem« Ein­fluss (z. B. Le Bourgeois gentilhomme), die pa­ra­do­xer­wei­se in di­rek­ter Ver­bin­dung mit der Auf­klä­rung stan­den: Un­ter dem Be­griff des »Ed­len Wil­den« soll­te der ver­meint­lich na­tur­be­zo­ge­ne, exo­ti­sche (al­so frem­de) Mensch – in Ab­gren­zung zum »auf­ge­klär­ten, zi­vi­li­sier­ten Eu­ro­pä­er« – ei­ne Auf­wer­tung er­fah­ren, in­dem ihm gleich­falls cha­rak­ter­li­che Gut­her­zig­keit und Mil­de zu­ge­spro­chen wur­den. Da­mit wur­de frei­lich die Le­bens- und Ver­hal­tens­wei­se der abend­län­di­schen Kul­tur zum uni­ver­sal­gül­ti­gen Maß des Mensch­seins be­stimmt.

Zwei männliche Schauspieler in auffälligen Kostümen stehen auf der Bühne. Sie wirken erschrocken und umarmen sich. Im Vordergrund liegen zwei abgetrennte Köpfe und ein blutbeflecktes Tuch. Die Szene vermittelt eine düstere, dramatische Stimmung.
Auf der Bühne steht ein mächtiger Mann in einem Kostüm mit einem roten Umhang. Zwei Frauen in gestreiften Anzügen und hohen Hüten stehen neben ihm, Hand in Hand. Sie scheinen ihn neugierig zu beobachten. Im Hintergrund ist eine dekorative Kulisse sichtbar.
Zwei Schauspieler auf der Bühne während einer Aufführung. Einer trägt ein auffälliges, buntes Kostüm und zieht den anderen, der in einem rosa Gewand gekleidet ist, nach oben. Die Szene vermittelt Intensität und Emotion.
Ein männlicher Darsteller in einem langen schwarzen Mantel und schwarzem Schal steht in der Mitte einer Bühnenkulisse. Er hat eine kahlrasierte Kopf und einen nachdenklichen Ausdruck, während er horizontal zur Bühne blickt. Der Hintergrund ist schlicht und verstärkt die zentrale Figur.

Diese Produktion wird gefördert von

Häufige Fragen

Tickets für unsere Stehplätze können am Vorstellungstag ab 10 Uhr online oder an den Bundestheaterkassen erworben werden. Besitzer*innen einer BundestheaterCard können Stehplätze bereits am Tag vor der Vorstellung online buchen.

Zusätzlich steht für reguläre Abendvorstellungen ein fixes Kontingent an Stehplatztickets ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn an unserer Stehplatzkassa (Eingang Operngasse) zur Verfügung.

Un­se­re Opern wer­den in den Ori­gi­nal­spra­chen ge­sun­gen – die­se sind je nach Werk un­ter­schied­lich und un­ter dem Ti­tel an­ge­ge­ben.

An je­dem Sitz­platz kön­nen Un­ter­ti­tel in ver­schie­de­nen Spra­chen über ei­nen ei­ge­nen Un­ter­ti­tel-Bild­schirm ein- oder aus­ge­schal­tet wer­den. Ne­ben der Ori­gi­nal­spra­che der Oper, Deutsch und Eng­lisch, kön­nen Sie aus bis zu sechs wei­ter­en Spra­chen wäh­len: Ita­lie­nisch, Fran­zö­sisch, Rus­sisch, Ja­pa­nisch, Spa­nisch, Chi­ne­sisch (Man­da­rin).

Bei einer Vorstellungsänderung können Sie Ihre Tickets selbstverständlich zurückgeben oder umtauschen.

Da Umbesetzungen aufgrund von Erkrankungen oder sonstigen Verhinderungen von Künstler*innen nicht auszuschließen sind, besteht in diesem Fall kein Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises oder Umtausch.

Bei einem Nicht-Einlass in den Saal durch Zuspätkommen (auch nach der Pause) ist eine Rückgabe oder ein Umtausch des Tickets nicht möglich.

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Alle Gar­der­oben im Haus sind kos­ten­frei.

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Wir bit­ten Sie, pünkt­lich zu den Vor­stel­lun­gen zu er­schei­nen. Zu­spät­kom­men­de kön­nen erst in der Pau­se ein­ge­las­sen wer­den. Auch nach der Pau­se ist ein Nach­ein­lass nicht mög­lich.

Gastronomie

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Vor der Vor­stel­lung kön­nen Sie be­reits et­was es­sen und trin­ken, oder ei­nen Tisch für die Pau­se re­ser­vie­ren.

Praktische Infos

Wei­te­re prak­ti­sche In­fos zu Ih­rem Be­such (z. B. Gas­tro­no­mie, Bar­rie­re­frei­heit, …) fin­den Sie hier.

 

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