Über das Werk
Die freiheitsliebende Carmen wird von allen Männern begehrt. Obwohl keine ihrer Beziehungen anhält, verliebt sich der Soldat Don José unsterblich in sie, nachdem sie ihm kokett eine Blume vor die Füße geworfen hat.
Er desertiert, verzichtet auf eine sich anbahnende Beziehung zu Micaëla, einem Mädchen aus seinem Dorf, und schließt sich Carmens Schmugglerbande an. Auch diesmal erkalten Carmens Gefühle und sie interessiert sich nur mehr für den Stierkämpfer Escamillo. Vor der Arena eskaliert ein Streit zwischen Don José und Carmen: Voller Eifersucht tötet Don José seine ehemalige Geliebte.
U27-Event:
Carmen
Handlung
Vor einer Zigarettenfabrik im Süden Spaniens schieben Soldaten Wache unter Leitung des Gefreiten Moralès.
Micaëla, eine junge Frau aus dem Baskenland, sucht Don José, mit dem sie aufgewachsen ist. Dieser hat gerade keinen Dienst. Als die Soldaten zudringlich werden, flieht Micaëla.
Nach dem Wachwechsel, mit dem José seinen Dienst antritt, ist Pause in der Zigarettenfabrik. Die Arbeiterinnen treten auf den Platz – von den Männern begeistert betrachtet. Am begierigsten wird Carmen erwartet. Sie kommt und singt ein Lied über die Unberechenbarkeit und Unbeherrschbarkeit der Liebe. Am Ende wirft sie José eine Blume zu.
Micaëla überreicht José einen Brief und berichtet, dass Josés Mutter ihr aufgetragen hat, ihn von ihr zu küssen. José ist gerührt und verwirrt von dieser überraschenden Erinnerung an sein früheres Leben.
Die Fabrikarbeiterinnen alarmieren die Wachsoldaten: Carmen hat im Streit eine Kollegin verletzt. Im Verhör durch Leutnant Zuniga antwortet Carmen nur provozierend. José erhält den Auftrag, Carmen zu bewachen. Flirtend und mit der Aussicht auf ein Wiedersehen in der Kneipe von Lillas Pastia bringt Carmen ihn dazu, seine Pflicht zu vernachlässigen. Carmen gelingt die Flucht.
Am Rande der Stadt betreibt Lillas Pastia eine improvisierte Kneipe, in der Zuniga und Morales zu Gast sind und von Frasquita und Mercédès unterhalten werden.
Carmen singt ein aufstachelndes Lied. In Begleitung feiernder Soldaten kommt der Stierkämpfer Escamillo, wird bejubelt und zieht weiter. Die Schmuggler Dancaïre und Remendado schlagen den Frauen ein kriminelles Manöver vor, bei dem die Frauen ihre weiblichen Reize einsetzen sollen.
Frasquita und Mercèdès schließen sich ihnen an, Carmen lehnt ab. Sie ist in José verliebt und will auf ihn warten.
José war wegen Carmens Flucht zwei Monate in Haft, heute sieht er sie erstmals wieder. Als schon nach kurzer Zeit das Signal zum Zapfenstreich ertönt, ist Carmen erbost, dass José ihm Folge leisten möchte. Der Streit eskaliert. Als José tatsächlich aufbrechen will, kommt Leutnant Zuniga zurück, der es ebenfalls auf Carmen abgesehen hat. José verteidigt sie aggressiv. Als José und Zuniga sich prügeln, kehren die Schmuggler zurück und setzen Zuniga außer Gefecht. José hat den Zapfenstreich ignoriert und seinen Vorgesetzten angegriffen und sich damit für ein Leben mit der Schmugglerbande entschieden.
Im Grenzgebiet treffen sich die Schmuggler und warten auf eine Gelegenheit, ihre Waren über die Grenze zu bringen.
Carmen und José streiten sich, nicht zum ersten Mal: Sie möchte sich nichts befehlen lassen, er sieht in solchen Momenten »den Teufel« in ihr. Frasquita, Mercèdès und Carmen legen sich die Karten: Mercèdès sieht für sich die große Liebe voraus, während Frasquita sich einen reichen Ehemann und dessen baldiges Ableben prophezeit. Carmen erkennt in den Karten den Tod: erst ihren eigenen, dann den Josés.
Die Schmuggler machen sich an die Arbeit. Micaëla hat sich zu den Schmugglern durchgeschlagen und verpasst ihren Abzug nur knapp. Sie versteckt sich, um auf José zu warten.
José, der als Wache in der Nähe des Schmugglerlagers geblieben ist, trifft auf Escamillo, der Carmen sehen möchte. José geht mit dem Messer auf ihn los. Die zurückkehrenden Schmuggler trennen die Kämpfenden. Escamillo verabschiedet sich siegesgewiss und lädt alle zu seinem nächsten Stierkampf ein. Die Schmuggler entdecken Micaëla, die José drängt, zu seiner Mutter zurückzukehren. José zögert, weil er befürchtet, dass Carmen sich in seiner Abwesenheit Escamillo zuwenden könnte. Micaëla erzählt schließlich, dass Josés Mutter im Sterben liege, und kann ihn damit umstimmen. Von ferne ist Escamillos Lied zu hören.
Vor der Arena herrscht große Aufregung: Die Menge bejubelt die einziehenden Mitwirkenden des Stierkampfes.
Als letztes kommt der begeistert empfangene Matador Escamillo. Bevor der Kampf beginnt, versichern er und Carmen sich ihre gegenseitige Liebe. Frasquita und Mercèdès warnen Carmen vor José, den sie in der Menge gesehen haben, aber Carmen will der Konfrontation nicht ausweichen und bleibt allein zurück. José stellt Carmen zur Rede, um sie zu einem Neuanfang zu drängen. Er bedroht sie, aber sie liebt ihn nicht mehr und ist nicht bereit zu heucheln. Während die Menge in der Arena dem erfolgreichen Escamillo zujubelt, ersticht José Carmen.
Als Carmen die Uraufführung erlebte, war die Gegend der Handlung – Andalusien – gefährlich, jedenfalls ohne jede touristische Idylle. Um die ursprüngliche Atmosphäre des Stoffes wiederherzustellen, suchte Calixto Bieito nach einer Umgebung in Spanien, die dem damaligen Andalusien entspricht. Fündig wurde er im afrikanischen Teil Spaniens, in Ceuta: Die hier vorherrschende Mischung aus Armut, Schmuggel, Perspektivlosigkeit, Flüchtlingen, Soldaten inspirierte Bieito zu dieser Produktion. Wir erleben eine von Gewalt geprägte Gesellschaft, die dennoch versucht, dem Leben eine gewisse Freude, Schönheit, Freiheit und Liebe abzuringen.
»Diese Musik scheint mir vollkommen. Sie kommt leicht, biegsam, mit Höflichkeit daher. Sie ist liebenswürdig, sie schwitzt nicht. Ohne Grimasse! Ohne Falschmünzerei! Ohne die Lüge des großen Stils! Sie ist so unaffektiert und aufrichtig, dass ich sie praktisch ganz auswendig gelernt habe, von Anfang an.« (Friedrich Nietzsche)
Die Wiener Erstaufführung der Carmen in der heutigen Staatsoper (1875) war die erste Darbietung des Werkes außerhalb Frankreichs. Zudem gelang dieser Oper erst mit dieser Wiener Premiere der internationale Durchbruch.
Diese Produktion der Wiener Staatsoper wurde ursprünglich herausgebracht von der San Francisco Opera in Koproduktion mit der Boston Lyric Opera.
Ein ganzer Abend nur für junges Publikum!
Ein Opernbesuch, bei dem im gesamten Zuschauerraum ausschließlich junge Menschen sitzen – alle maximal 27 Jahre alt. Berühmte Melodien, die man aus Werbung, Radio oder sogar aus der Formel 1 kennt, treffen auf aufregendes Bühnengeschehen.
Neben dem großen Orchester sorgt ein Chor mit mehr als 100 Stimmen für eindrucksvolle Klangwelten – es wird garantiert nicht langweilig! Auch die Handlung ist leicht mitzuverfolgen, denn jeder Sitz verfügt über ein eigenes Tablet, auf dem Untertitel in bis zu acht Sprachen angezeigt werden.
Darüber hinaus wird der gesamte Opernbesuch zu einem besonderen Erlebnis – inklusive Gratis-Drinks in der Pause, einer kurzweiligen Werkeinführung vor Beginn und vielem mehr.
Tickets können ab 11. März, 10 Uhr, online gekauft werden. Pro Person sind zwei Tickets möglich.
Wichtig: Die Vorstellung ist wirklich ausschließlich für Publikum unter 27 Jahren zu besuchen (am Veranstaltungstag werden die Ausweise sämtlicher Gäste kontrolliert).
Die Vorstellung ist nur für Publikum unter 27 Jahren zu besuchen. Es gilt das Alter am Tag der Vorstellung, nicht bei Buchung (bis zur Vollendung des 26. Lebensjahres)!
Beim Ticketkauf ist das Alter verbindlich zu bestätigen; auch am Opernabend selbst muss beim Einlass ein gültiger Lichtbildausweis vorgelegt werden.
Sollte die Altersvoraussetzung nicht erfüllt sein, wird der Zutritt verweigert. Das Ticket wird in diesem Fall über die Kommissionsbörse der Wiener Staatsoper weiterverkauft. Nach erfolgreichem Weiterverkauf wird der Ticketpreis abzüglich einer Kommissionsgebühr rückerstattet.
Ein ganzer Abend nur für junges Publikum?
Ja. Denn um ihre kulturelle Identität und internationale Strahlkraft langfristig zu sichern, braucht die Wiener Staatsoper vor allem junges Publikum.
Der aktuelle Altersdurchschnitt der Gäste liegt deutlich über jenem der Gesamtbevölkerung, während hohe Ticketpreise für viele junge Menschen eine Hürde darstellen. Mit dem U27-Programm bietet die Staatsoper daher Generalproben um 10 € und ausgewählte Vorstellungen um 20 € an. Neu ist ein exklusiver U27-Opernabend, der künftig mindestens einmal jährlich stattfinden soll.
Dieser Abend ist ausschließlich für junges Publikum buchbar und bewusst als gemeinsames Erlebnis gestaltet. Ziel ist es, Berührungsängste abzubauen, Gemeinschaft zu fördern und nachhaltig für die Oper zu begeistern – denn wer einen besonderen Opernabend erlebt hat, kommt gerne wieder.